Neulich im ARD Mittagsmagazin: Kommt ein Kunde in die Buchhandlung und bezahlt mit Bitcoins…

Bitcoin-Zahlung-In-BuchhandlungKommt ein Kunde in eine Kreuzberger Buchhandlung, wählt ein Buch aus und geht zur Kasse. „Das wären in Euro 11,45“, sagt der Buchhändler. „Ich würde gerne in Bitcoin zahlen“, entgegnet der Kunde. „Kein Problem“, antwortet der Buchhändler, „das macht dann 0,0008 Bitcoin.“ Er verweist auf einen QR-Code mit der Bitcoin-Händleradresse auf dem Kassenbildschirm, den der Kunde mit seinem Smartphone einscannt, um damit die Überweisung zu tätigen — und nach wenigen Augenblicken ist das Bitcoinguthaben des Buchhändlers von 0,0024 auf 0,0032 Bitcoins angestiegen.

Im Berliner Bitcoin-Kiez ist Kryptogeld en vogue

Klingt fast noch ein bisschen nach einem theoretischen Szenario, ist aber in der auf SciFi, Fantasy und Horror spezialierten Buchhandlung „Otherland“ im Bergmann-Kiez schon ein Teil der Normalität, auch wenn die meisten Kunden wohl immer noch mit der „Fiat“-Währung Euro bezahlen.

Und gab dem RBB bzw. dem ARD-Mittagsmagazin Stoff für eine Mini-Reportage, die den Bezahlvorgang dokumentiert und den „Bitcoin-Nutzer“ Jeff Gallas (wie das Web verrät auch für den niederländischen Bitcoin-Zahlungsdienstleister Bitwala als Business Developer unterwegs) ein paar Worte über den Sinn und Zweck von Kryptowährungen: „Beim Euro haben wir eine Zentralbank, die EU, die Nationalstaaten, beim Bitcoin ist es komplett unabhängig — von Staaten, von Banken, von politischer Willkür.“

SciFi- & Fantasy-Community ist technik- und Bitcoin-affin

Krypto-Bezahlmöglichkeiten im stationären Umfeld sind freilich noch recht rar gesät. Das Otherland jedoch ist Teil des wachsenden Berliner „Bitcoin-Kiezes“, die LeserInnen aus der SciFi- und Fantasy-Szene sind schließlich ziemlich technikaffin. Wenn sie schon nicht gleich ein E-Book herunterladen, bezahlen sie im Laden vor Ort eben auch gerne mal ein Printbuch in virtueller Währung direkt via Smartphone. Die Zukunft hat wie immer schon begonnen, sie ist nur noch nicht gleichmäßig unter die Leute gebracht worden…

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".