Neuer Vertriebspartner für Neofonie: WeTab kann jetzt im Media-Markt vorbestellt werden

wetab-tablet-neofonie-mediaDas WeTab lässt grüßen: ab sofort kann der Tablet-Rechner des Berliner Herstellers Neofonie auf der Internetseite des Media Marktes vorbestellt werden. Bisher bot lediglich Amazon das Tablet zur Pre-Order an. Nachdem der offizielle Verkaufsstart vor einiger Zeit verschoben wurde, soll die Auslieferung des WeTabs nun pünktlich am 13. September beginnen. Das Basismodell (16 GB/ WLAN) kostet 449 Euro, das UMTS-Modell (32 GB) gibt’s für 569 Euro. Anders als Apples iPad unterstützt das auf Android-Basis laufende WeTab auch Adobe Flash und soll dadurch “barrierefreies” Internet-Surfen ermöglichen.

Alternative zu Apples App Store: Deutsche Verlage setzen große Hoffnungen in das WeTab

In letzter Zeit war es etwas still geworden um das WeTab aus Berlin – also jenen Tablet-PC, der anfangs unter dem Namen WePad als deutscher iPad-Killer vermarktet wurde. Eigentlich wollte Neofonie sogar schneller als Apples Tablet sein. Dann folgte jedoch neben der vielsagenden Umbenennung in WeTab wegen technischer Probleme die Verschiebung des Launch-Termins in den Herbst. Hype-mindernd wirkte sich auch die Erkenntnis aus, dass die Hardware-Plattform des WeTabs bereits anderswo vermarktet wird, etwa als ExoPC durch das kanadische Unternehmen Pegatron. Das läuft allerdings mit Windows 7, währen man bei Neofonie auf eine offene Linux-Basis setzt. Der App Store für das WeTab wird nicht nur WePad-Apps enthalten, sondern auch Anwendungen für Adobe Air, Android oder Java. Ähnlich barrierefrei soll sich auch der Zugang für Content-Lieferanten gestalten. Über die WeMagazine E-Publishing-Plattform können sie ihre Inhalte direkt auf das Tablet bringen – ohne die hohen Kosten und technischen Einschränkungen, die etwa bei der Nutzung von Apples App-Store anfallen. Kein Wunder, dass gerade die großen Verlage ihre Hoffnungen auf Neofonies Flachrechner setzen.

Bisher kennt niemand die endgültige Version des WeTabs – nicht mal Neofonie selbst

Wenig exklusiv ist auch die Vertriebsstrategie über die Mediamarkt-Kette – über die mehr als 200 Filialen kommt das WeTab quasi in jede größere Stadt. Mit 449 Euro für die Basisversion liegt Neofonie allerdings nah an Apples Einsteiger-Tablet. Von der Hardwareseite her dürfte das Preis-Leistungsverhältnis wohl stimmen. Technisch kann das WeTab gegenüber dem iPad nämlich durchaus punkten – u.a. durch eine WebCam mit 1.3 Megapixeln, 2 USB-Ports und höherer Bildschirm-Auflösung. Der tatsächliche Nutzwert dürfte allerdings eher von der Softwareseite bestimmt werden. Dort gibt es bisher eher ein ambivalenteres Bild – so wird es etwa zwecks Refinanzierung des Tablet-Projektes Werbewidgets auf dem Desktop geben, die sich nicht abschalten lassen. Bei bisherigen Probevorführungen liefen viele Programme zudem nicht besonders stabil. Immerhin versprechen die Standardanwendungen wie ein auf Mozilla basierender Browser, die Textverarbeitung OpenOffice, Thunderbird für Mail und Totem als Videoplayer für Open-Source- Qualität. Das endgültige Gerät mit der endgültigen Benutzeroberfläche hat allerdings bisher noch niemand zu Gesicht bekommen. „Die Geräte, die im September ausgeliefert werden, sind jetzt natürlich noch nicht da – ansonsten würden wir sie ja jetzt ausliefern“, erklärt Neofonie-Mitgründer Helmut Hoffer von Ankershoffen zuletzt gegenüber Jan Tißler von t3n. Selten war es wohl so spannend, ein Early Adopter zu sein…

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".