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Neuer Online-Marktplatz bietet digitale Güter mit Umtauschrecht

11 Nov 2011

„Selbst gemachte digitale Medien kaufen und verkaufen“: Klingt ein bisschen nach eBay, ein bisschen nach Amazon Marketplace, heißt in diesem Fall aber „planet2share“ und kommt aus Köln. Am 11. November ging unter diesem Namen ein neuer Online-Marktplatz an den Start, der Autoren, Musiker, Programmierer und andere Kreativarbeiter direkt mit ihren Kunden in Kontakt bringen soll. Zu den angebotenen Produkten gehören etwa E-Books, Hörbücher und Apps, aber auch Filme, Fotos und Vorlagen. Zwei Drittel der Erlöse gehen an den Verkäufer, ein Drittel kassiert planet2share als Provision. Als besonderes Incentive können die Anbieter einen Teil der Kaufsumme an gemeinnützige Organisationen spenden. Besonders interessant für Käufer: es gibt ein 14-tägiges Umtauschrecht – bei digitalen Gütern ein absolutes Novum.

„Zwischengeparkt“: Benutzer haben 2 Konten

Entwickelt wurde das planet2share-Konzept vom Kölner IT-Unternehmer Uwe Krill zusammen mit einem Freund: „Mich hat die Idee begeistert, den vielen passionierten Menschen und Kreativen eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre kleinen und großen Werke öffentlich machen. Was zählt, sind hilfreiche, spannende Produkte und ein fairer Preis“, so Krill. Der Online-Marktplatz tritt dabei nur als Vermittler auf, sämtliche Rechte an den Produkten bleiben beim jeweiligen Produzenten. Der Mindestpreis beträgt 0,99 Cent, davon gehen in diesem Fall dann 30 Cent an planet2share und 69 Cent an den Verkäufer. Ausgezahlt werden die Einnahmen frühestens nach 14 Tagen – denn in dieser Frist gilt das Rückgaberecht. Deswegen haben die Benutzer auf planet2share zwei Konten: „Eines mit den ‚echten‘ Beträgen und ein anderes mit den ‚zwischengeparkten‘ Verkaufserlösen. Nach 14 Tagen werden dann die Einnahmen automatisch auf das Guthabenkonto übertragen“, erklärt Krill.

„Spenden sind Teil unserer Grundidee“

In der mehrmonatigen Beta-Testphase standen die planet2share-Entwickler kurz davor, das Rückgabe-Konzept wieder aufzugeben: „Für jede Abweichung vom Standardprozess fallen bei allen Zahlungsanbietern extrem hohe Gebühren an. Auch der Aufwand und die Abwicklung sind immens“, berichtet Krill. Doch trotz aller Risiken und der starken Kopfschmerzen habe man schließlich dieses Alleinstellungsmerkmal beibehalten. Eine weitere Besonderheit bei planet2share ist das Spenden-Element. „Die Spenden sind Teil unserer Grundidee. Wir denken, wenn man eine unkomplizierte Plattform zum Spenden an konkrete Organisationen anbietet, werden es viele dankend nutzen“, so Krill. Beim Pricing kann der Verkäufer genau angeben, wieviel Prozent seiner Einnahmen an gemeinnützige Organisationen fließen sollen – zur Auswahl stehen dabei Ärzte ohne Grenzen, Brot für die Welt, WWF sowie die Kölner KulturPaten.

Angeboten werden nur Vollversionen

Wie großzügig ein Anbieter ist, kann man an einem eigenen Button ablesen – denn mit jeder Spende werden sogenannte „Share-Punkte“ gesammelt. Neben positiven Artikel-Bewertungen kann somit auch die Spendenbereitschaft die Reputation eines Anbieters in der planet2share-Community steigern. Mit jeder Bewertung werden dem Anbieter-Profil zudem weitere Share-Punkte hinzugerechnet, denn planet2share spendet in diesem Fall automatisch 5 Prozent der Provision. Anbieten darf man auf dem Online-Marktplatz im übrigen nur Vollversionen. Teilnehmer können auf der eigenen Internetseite eine Test- oder eine abgespeckte Version kostenlos anbieten: „Zum Beispiel ein Paket mit zwölf Musikstücken statt eines Songs zum Probehören, ein dauerhaft nutzbares Actionspiel statt eine 30-Tage-Testversion oder eben ein kompletter Amateur-Film und nicht nur der zugehörige Trailer.“ Mit einem speziellen Badge können planet2share-Nutzer zudem ihre Produkte auf anderen Websites bewerben und ihre Kunden auf den Online-Marktplatz lenken.