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Neuer Nook von Barnes&Noble: E-Ink, Touch-Screen, Android

26 Mai 2011 Ansgar Warner 2 Kommentare

Barnes&Noble hat dem klassischen Nook ein Facelifting verpasst – statt Dual-Screen gibt’s jetzt nur noch E-Ink, dafür aber mit Touch-Screen. Mit an Bord ist das Social-Reading-Feature „Friends“, bekannt durch die Nook-App für Tablets & Smartphones. Der neue Nook hält deutlich länger durch als der alte: B&N verspricht eine Akkulaufzeit von zwei Monaten. Unter der Haube des 6-Zoll-Gerätes werkelt Android 2.1 – ein absolutes Novum bei E-Ink-Geräten. Nicht nur technisch ist das Gerät eine Attacke auf Amazon. Mit 139 Dollar liegt der WiFi-fähige Reader auch preislich Kopf an Kopf mit dem Kindle. Der neue Nook kommt am 10. Juni in den Handel, ein offizieller Vertrieb in Deutschland ist allerdings nicht geplant.

Neue Doppelstrategie: LCD oder E-Ink

Keine Dual-Screen-Kompromisse mehr! Barnes&Noble setzt nun auf eine klare Doppelstrategie: es gibt das sieben Zoll große Nook Color mit LCD, und ab sofort den Nook Touch mit 6 Zoll großem E-Ink-Display. Damit scheint sich die Kombination von kontraststarkem Pearl-E-Ink und auf Infrarot-Abtastung basierendem Touch-Screen endgültig als neuer Standard durchzusetzen. Nur einen Tag zuvor hat Kobobooks ein vergleichbares Gerät gelauncht, bei Sony gibt es diese Features bereits seit mehr als einem Jahr. Gleichzeitig wird das Angebot bei B&N aber auch verschlankt – denn ein 3G-Modell ist offenbar nicht geplant.

Jetzt wird’s unfair: “37 Knöpfe weniger als beim Kindle”

Vom äußeren gleicht sich die neue E-Ink-Klasse immer stärker den Tablets an – außer einem Home-Button ist keine einzige Taste mehr zu sehen. Das wurde bei der Präsentation auch gleich der Konkurrenz unter die Nase gerieben: “Kindle 3 has 38 buttons. That’s 37 more than the all-new Nook“, ätzte B&N-Chef William Lynch. Ein Großteil davon geht natürlich auf die Rechnung der Qwerty-Tastatur, die bei Touch-Screengeräten virtuell auf’s Display kommt. Das spart zudem Platz, kein Wunder, dass das neue Nook gleich 10 Prozent kürzer ist als das K3. Man könnte noch hinzufügen: Mit 212 Gramm ist es auch noch knapp dreißig Gramm leichter.

Software-Innovationen: “Pageturning, Battery Life, Social Areas“

Aus Sicht von B&N sind die drei größten Innovationen des Gerätes: schnelle Seitenwechsel, lange Akkulaufzeit und die Social Reading Funktionen. Zum echten „Pageturner“ wird das Gerät durch einen schnellen 800Mhz-Prozessor und das neue Betriebssystem. Die lange Akkulaufzeit ist natürlich ein Durchschnittswert, dabei wird mit einer Lesedauer von lediglich 30 Minuten pro Tag gerechnet. Social Reading wird bei B&N tatsächlich groß geschrieben, neben der „Friends“-App gibt’s demnächst mit mynook.com auch ein eigenes Internetportal, auf dem man auf das persönliche Lesenetzwerk von überall her zugreifen kann. Die „Personalisierung“ des Nooks selbst macht aber auch Fortschritte: von jetzt an kann man eigene Bilder als Screensaver nutzen.

Vorerst kein deutsches Nook geplant

Wie beim Kindle wird Wert gelegt auf individuelles Seitenlayout: sechs Schriftfonts und sieben Schriftgrößen sind wählbar. Besonders interessant am neuen Nook ist natürlich das Android-Betriebssystem. Zusätzlich Apps wie beim Nook Color will B&N zwar erklärtermaßen nicht anbieten. Man darf aber gespannt sein, wann es den ersten Hack des neuen Nook gibt. Durch das “Rooten” des Nook Color konnte man ja sogar die Kindle App zum Laufen bringen. Auch ungehackt könnte der Nook Touch auf dem deutschen Markt sicher ein echter Hingucker sein. Doch leider tritt B&N bei der Internationalisierung – anders als Amazon und neuerdings auch Kobobooks – zur Zeit noch stark auf die Bremse.

Nook Touch Specs


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink/Touch-Screen,
600×800 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

212 Gramm

Schnittstellen

Mikro-USB, WLAN

Interner Speicher

2 Gigabyte intern, max. 32 Gigabyte extern (SD-Karte)

E-Book-Formate

epub, PDF

Besondere Features

“Friends” (Social-Reading-App), LendMe-Funktion

Preis

139 Dollar (Barnes&Noble)

2 Kommentare »

  • App-Flash » e-book-news.de » Neuer Nook von Barnes&Noble: E-Ink, Touch-Screen … schrieb:

    [...] hier den Originalbeitrag weiterlesen: e-book-news.de » Neuer Nook von Barnes&Noble: E-Ink, Touch-Screen … [...]

  • Michael schrieb:

    Hallo,

    hab Interesse an dem neuen Nook. Was ich noch nicht herausgefunden habe, hat der Nook einen Webbrowser, mit dem man über WiFi ins Internet kommt. Also nicht nur auf die Barnes&Noble Seite.

    Danke, Michael