Home » E-Book-Handel

Neue UK-Studie: Online-Piraten meiden E-Books wie die Pest

27 Jul 2015 1 Kommentar

online-piraten-meiden-ebooksWährend große deutsche Verlage vom prinzipiell nutzlosen harten DRM zum prinzipiell nutzlosen weichen DRM wechseln, gibt es neue Erkenntnisse zur Frage: wie wichtig ist E-Book-Piraterie für den Buchmarkt überhaupt? Nun denn: „E-Books are unfamiliar waters for digital pirates“, fasst der britische Guardian eine neue Studie des staatlichen „Intellectual Property Office“ (IPO) zusammen, die sich auf den Zeitraum März bis Mai 2015 im Vereinigten Königreich bezieht.

„Unfamiliar Waters“ ist dabei wohl noch typisches britisches Understatement: denn nur ein Prozent der Internet-Nutzer haben dem IPO zufolge „zumindest einige E-Books“ auf illegalem Weg gelesen. Dagegen konsumierten 9 Prozent der digitalen Freibeuter illegal Musikdateien, 7 Prozent TV-Serien, 6 Pozent Filme und 2 Prozent Software & Games.

Insgesamt sollen sich im Untersuchungszeitraum knapp ein Fünftel aller britischen Internet-Nutzer mindestens ein Mal illegalen Content verschafft haben. Man könnte also auch sagen: die Leute meiden dabei E-Books wie die Pest, kaum jemand möchte sie in die Hand nehmen.

Doch was sind das für Menschen, die überhaupt E-Books lesen, ob nun legal oder illegal? Auch da hat die IPO-Studie interessante Zahlen parat: E-Book-Konsumenten zahlen deutlich häufiger als alle anderen Nutzergruppen für einen Teil des digitalen Contents (nämlich: 70 Prozent) oder den gesamten konsumierten Content (47 Prozent).

Und warum ist das so? Der Guardian zitiert da Sci-Fi-Autor Nick Harkaway mit einer wohl gar nicht so abseitigen These: „Ich denke das hat kulturelle Gründe – vor allem nehmen die Leute Bücher und ihre Autoren anders wahr, sie sehen in ihnen den einzelnen Künstler und nicht eine multinationale Industrie“.

Irgendwie tragisch, dass die multinationale Publishing-Industrie umgekehrt ihre Leser nur als eine anonyme Masse von gesetzesbrecherischen Tagedieben ansieht, vor denen man die E-Books schützen muss.

Abb.: Flickr/ryanrocketship (cc)

Ein Kommentar »

  • Jerry schrieb:

    Interessant wäre ja mal das Verhältnis von Nutzern von Musik/Filmen/Software/Büchern insgesamt, nicht nur bei illegaler Nutzung. Haben eBooks da einen höheren Anteil an der Gesamtzahl?