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Neue Marktdaten: Amazon beherrscht 3/4 des deutschen Online-Versandbuchhandels

16 Mai 2013

Erneuter Schock für die Buchbranche: der Online-Versand gedruckter Schmöker wurde 2012 bereits zu 74 Prozent von Amazon dominiert, was einer Summe von 1,6 Mrd. Euro entspricht. Den kläglichen Rest, etwa 26 Prozent bzw. 550 Millionen Euro, teilen sich Plattformen wie Weltbild oder Buch.de. Diese Zahlen legte jetzt der Bundesverband deutscher Versandbuchhändler vor. Bisher war Amazon eher eine Blackbox, was Angaben zu Umsätzen oder Marktvolumen betrifft. Doch seit einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC weiß man immerhin eins: Amazon.de spülte im Jahr 2012 knapp 8,7 Milliarden Dollar in die Unternehmenskasse. Der Buchanteil am Umsatz wird dabei von Marktbeobachtern auf „nur“ 20 Prozent geschätzt, was den 1,6 Milliarden Dollar entspricht, die auch der Bundesverband deutscher Versandbuchhändler jetzt als Grundlage seiner Berechnungen für den Online-Versandhandel in Deutschland nutzte.

Schlechte Karten haben neben deutschen Buchhandelsportalen auch klassische Versandkonzepte wie Buchclubs oder Katalog-Versender – sie mussten erneute deutliche Verluste verzeichnen, mit knapp 450 Millionen Euro Umsatz liegt ihr Anteil am gesamten Versandbuchhandel (2,6 Mrd. Euro) gerade mal bei 17 Prozent. Kein Wunder, dass etwa der Bertelsmann-Buchclub neuerdings verstärkt auf E-Books setzt, und sich an der „Tolino-Koalition“ von Weltbild, Thalia und der Telekom beteiligt.

In den letzten Jahren wuchs der Online-Versandhandel insgesamt so stark, dass der Anteil des stationären Buchhandels am Buchmarkt mittlerweile weniger als 50 Prozent beträgt. Anders als in den USA trugen E-Books bisher jedoch verhältnismäßig wenig zur Götterdämmerung in der deutschsprachigen Gutenberg-Galaxis bei, liegt doch ihr Marktanteil bei geschätzten zwei bis drei Prozent. Allerdings muss man sich auch in diesem Bereich auf grobe Schätzungen verlassen. Nicht nur, was den Umsatz mit elektronischen Büchern betrifft (laut Mediacontrol – basierend auf Konsumentenbefragungen – etwa 106 Millionen Euro in 2012), sondern auch beim Marktanteil von Amazon. Gut möglich, dass er bei E-Books, ähnlich wie in den USA, schon zwischen 60 und 70 Prozent liegt.