Neue Chancen für Self-Publisher: Amazon startet Print-On-Demand in Europa (“Create Space”)
| 18 Mai 2012 | Ansgar Warner | 7 Kommentare |
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Für Verlage und Buchhandel dürfte es ein Alptraum sein, für Self-Publishing-Autoren dagegen eine große Chance: Die digitalen Druckmaschinen der Amazon-Tochter Create Space arbeiten nun erstmals auch mitten in Europa, und machen damit Print-On-Demand-Titel schnell und günstig lieferbar. Der Vertrieb findet über Amazon-Stores in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien sowie Italien statt. Ähnlich wie in Amazons Kindle-Direkt-Publishing-Programm können Autoren bei Create Space ihr Manuskript sowie Cover hochladen, formatieren und kostenlos veröffentlichen.
Create Space bietet europäischen Autoren dabei dieselben Vorteile, von denen seit 2007 bereits ihre US-Kollegen profitieren: „Die Bücher werden am selben Tag versandt, für den Kunden fallen keine Versandkosten an, zudem gelten die üblichen Bedingungen für Amazon-Prime-Mitglieder“, so die Amazon-Tochter in einer Pressemitteilung. Außerdem verspricht CreateSpace „industry-leading royalties“, also die besten Tantiemen der gesamten Buchbranche, ohne dass Autoren ihre Rechte an böse Verwerter abtreten müssen. Doch stimmt das tatsächlich? Wir haben mal nachgerechnet.
Ein Preiskalkulator ermöglicht es nämlich, bei Create Space die voraussichtliche Gewinnspanne vorab zu berechnen. Ein Buch in schwarz-weiß mit 120 Seiten im Format 6 mal 9 Zoll (ca. 15 x 22 cm) erzielt bei einem anvisierten Verkaufspreis von 10 Euro beispielsweise 3,96 Euro Tantiemen, also immerhin knapp 40 Prozent. Der Preiskalkulator der deutschen Print-On-Demand-Plattform epubli dagegen zeigt bei vergleichbaren Kalkulationsdaten lediglich 1,53 Euro Tantieme an. Selbst wenn man zahlreiche Exemplare vorab drucken lässt, um zusätzliche Rabatte zu erhalten, lassen sich vergleichbare Konditionen bei dem zur Holtzbrinck-Verlagsgruppe gehörenden Dienstleister kaum erzielen, zumal jeweils noch deftige Versandkosten hinzukommen.
Besonders interessant für Self-Publisher ist natürlich die Kombination verschiedener Vertriebswege. Doch auch hier liegt Amazon deutlich vorn. Schließlich kann man ab jetzt Kindle-Version und Printbuch auf einer prominenten Plattform parallel anbieten, ohne auf einen zusätzlichen Distributor angewiesen zu sein. Denn die epubli-Tantieme im obigen Beispiel gilt nur für den Verkauf im firmeneigenen Shop. Beim Vertrieb über Amazon liegt bei einem Endpreis von 10 Euro die Tantieme lediglich bei 22 Cent. Erst bei deutlich höheren Verkaufspreisen verbessern sich die Konditionen. Gerade für Self-Publisher, die vorab kein Geld in ihr Projekt investieren möchten und trotzdem möglichst niedrige Endpreise anstreben, könnte Create Space somit in Zukunft das Mittel der Wahl darstellen.
Ich weiß von einem Autor, der früher mal Createspace USA nutzte. Hatte schon mal wer ein gedrucktes Exemplar aus der Presse von Createspace in der Hand? (Das Buch, das ich mir von BoD gekauft habe, hat mich nicht so ganz überzeugt, der Deckel wirkte etwas billig.)
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