Neue BILD-Bestseller-Liste: inklusive Indies, inklusive E-Books, ermittelt von Amazon.de

bild-bestseller-liste-powerd-by-amazonEs ist „vielleicht Deutschlands spannendste Bestseller-Liste“, wahrscheinlich aber das aussagekräftigste Ranking der Branche: ab sofort veröffentlicht das Boulevardblatt BILD jeden Donnerstag die Amazon.de-Top 20-Bestseller aus den Bereichen Sachbuch und Belletristik. Das Besondere dabei: es handelt sich um „tatsächliche“ Verkaufs-Zahlen der jeweiligen Vorwoche, Hardcover, Taschenbuch und E-Book (ohne KU bzw. KLL) werden zusammengezählt.

„Fördert lebendige Literatur-Szene“

Weitere Besonderheit: durch die starke Stellung von Amazons Plattformen KDP und Createspace sind natürlich nicht nur Verlagstitel enthalten. In den Worten von Kai Diekmann: „Die BILD-Bestsellerliste ist überfällig, da sie auch Autoren, die sich für das Self-Publishing entschieden haben, berücksichtigt“. Damit fördere man eine „lebendige und zukunftsorientierte Literatur-Szene“, so der Gesamtherausgeber der Bild-Gruppe.

Tatsächlich findet man bei den Belletristik-Bestsellern aktuell schon auf Platz 2 und 3 zwei Indie-Titel, nämlich Karin Lindbergs „Vertraglich Verliebt“ sowie „Solange es Schmetterlinge gibt“ von Hanni Münzer, insgesamt ist fast die Hälfte der Titel self-published oder von Amazon Imprints veröffentlicht. Anders sieht es bei den Sachbüchern aus: hier tauchen momentan überhaupt keine Indie-Titel auf.

BILD will „Manipulationen ausschließen“

Schon die Betonung der „tatsächlichen“ Verkaufszahlen inklusive Indies lässt sich natürlich als kleine Spitze gegen die von Listenredakteuren überarbeiteten Bestseller-Rankings von Spiegel, Focus, Brigitte & Co. verstehen. Eine weitere folgt in den FAQs: „Können sich Verlage oder Autoren ihre Platzierungen kaufen?“ — „Nein! Um Manipulationen auszuschließen, werden nur haushaltsübliche Bestellungmengen erfasst. Und: Bei den E-Books ist sowieso nur ein Kauf pro Kundenkonto möglich“.

Apropos Kaufen: da die Liste jeweils am Mittwoch abend ab 22 Uhr auch auf Bild.de zugänglich ist (vorausgesetzt, man hat den Adblocker deaktiviert), kann man über die Affiliate-Links der BILD-Bestseller die Lektüre auch gleich bei Amazon.de shoppen. Eine klassische Win-Win-Situation – von den Klickzahlen her passen Deutschlands größter Online-Buchhändler und das besucherstärkste Nachrichtenportal (November 2015: 322 Mio. Visits) perfekt zusammen. Die traditionellen Buchhändler allerdings dürften mit den Zähnen knirschen…

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".