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Neue Antworten auf die Preisfrage: Wie teuer dürfen deutsche E-Books sein?

24 Jul 2009

Neue Antworten auf Preisfrage Wie teuer dürfen deutsche E-Books sein_Bild_Pixelio_Sturm.gifBuchreport bietet diese Woche gleich drei Hinweise auf „neue Denke“ bei der Preisfrage: Wie teuer dürfen E-Books sein? Ein Bibliotheksdirektor findet Gratis-E-Books gut, weil sie den Print-Absatz fördern, der Lexikon-Verlag Pons macht Duden Konkurrenz mit der kostenlosen Vorabversion eines neuen Wörterbuchs, und Libreka-Geschäftsführer Roland Schill sagt voraus, bald würden auch bei uns neue Titel und Topseller in preisgünstigen E-Book-Versionen erscheinen.

Eine im Internet frei verfügbare Version ist das ideale Markeging

In einem Leserbrief an die FAZ betont Bibliotheksdirekter Fabian Franke (Uni Bamberg), dass sich gedruckte Bücher gut verkaufen, auch wenn parallel dazu eine Gratis-Version im Internet erhältlich: „Studien aus dem englischsprachigen Verlagswesen enthalten deutliche Hinweise, dass eine im Internet frei verfügbare Version das ideale Marketing ist und den Absatz gedruckter Bücher sogar deutlich steigert. In Deutschland verkaufen sich die Publikationen des Universitätsverlags University of Bamberg Press auch in gedruckter Form, obwohl sie nach dem Prinzip des Open Access kostenlos zugänglich sind“, argumentiert Franke in seinem Leserbrief, der am 23. Juli abgedruckt wurde.

Kann man bald auch in Deutschland aktuelle Bestseller als preisgünstige E-Book-Version kaufen?

Nicht kostenlose, aber günstige E-Books kommen wohl auch in Deutschland, schreibt Buchreport mit Blick auf Niedrigpreisstrategien von Barnes&Noble oder Amazon: Wenn „ein typischer Belletristik-Bestseller als deutsches E-Book genauso teuer“ sei wie die „Print-Ausgabe (plus/minus 20 Euro), Amazon & Co. das englische E-Book aber für den einheitlichen Bestseller-Tarif von 9,99 Dollar anbieten“, wie könne man dann verlangen, dass deutsche Kunden dieses Preisgefälle akzeptieren sollen?
Bisher konnte man ja einfach sagen: wenn die aktuelle Titel in Deutschland so gut wie gar nicht als E-Book verkauft werden, gibts auch kein großes Problem mit dem Preisgefälle. Doch das wird sich offenbar bald ändern: „Ich gehe davon aus, dass die großen Verlage Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres so weit sein und ihre Bestseller auch als E-Book anbieten werden“, versicherte nämlich Libreka-Chef Ronald Schild im Gespräch mit buchreport.

Pons bringt eine Vorabversion des neuen Rechtschreib-Lexikons als Gratis-E-Book heraus

Der Lexikonverlag Pons ist sogar schon einen Schritt weiter: die für den 15. September angekündigte Neuentwicklung „Pons. Die deutsche Rechtschreibung“ wird nun vor der Print-Premiere bereits ab 27. Juli online für umsonst zu haben sein. Buchreport wertet das als „Frontalangriff“ gegen das Bibliographische Institut in Mannheim, Herausgeberin des Dudens, und gegen Bertelsmann, wo mit dem „Wahrig“ das wohl zweitwichtigste Wörterbuch im deutschsprachigen Raum erscheint. Beide Verlage haben in diesem Monat ebenfalls neue Ausgaben präsentiert — allerdings ausschließlich als gedruckte Fassung. Jedenfalls bis jetzt. Doch vielleicht gibt es nun bald drei kostenlose Online-Wörterbücher…

Bild: Pixelio/Sturm