Home » Pro & Kontra

Negative Informationsfreiheit siegt: Werbeblocker und Whitelisting legal, urteilt Münchner OLG

28 Aug 2017 0 Kommentare

adblock-plus-beispielJa is‘ denn scho‘ Weihnachten? Für die AdBlock-Plus-Betreiber von Eyeo auf jeden Fall — gerade hat das Oberlandesgericht München ihr Geschäftsmodell für rechtlich zuläsig befunden, und damit eine Entscheidung des Landesgerichtes München bestätigt. Eine ganze Phalanx von wettbewerbs-, urheber- und kartellrechtlichen Klagegründen von ProSieben, RTL und der Süddeutschen Zeitung wurde damit abgeschmettert. „Eine gezielte Behinderung“ liege nämlich nicht vor, urteilten die Richter, auch sei das Whitelisting gegen Gebühren keine Form der „aggressiven Werbung“. Eyeo kann somit weiterhin den Werbeblocker für solche Anbieter durchlässig machen, die „als nicht störend eingestufte“ Werbung einsetzen und im Falle großer Verlage für das Durchwinken dann auch dafür bezahlen müssen.

Werbung blocken = Negative Informationsfreiheit

„Adblocker werden hierdurch als Realität für die digitale Wirtschaft bestätigt“, kommentiert Pietro Graf Fringuelli, Strategy Lead Partner. Die Münchner Richter stimmten mit einer gutachterlichen Stellungnahme von Verfassungsrechtler Udo Di Fabio überein, der den Einsatz eines Adblockers von der „negativen Informationsfreiheit“ gedeckt sieht. „Mit dieser Entscheidung stärkt das OLG München die Rechte von Unternehmen, Verbrauchern Produkte anzubieten, die diesen die Kontrolle über ihre digitale Privatsphäre geben“, kommentiert Heike Blank, Litigation Lead Partner. Nun sei es an der werbetreibenden Industrie, nutzerfreundliche Werbemodelle zu entwickeln.“

Süddeutsche Zeitung hat Adblocking formal erlaubt

Ein Knackpunkt bei der Sache war interessanterweise der laxe Umgang einer der Klagenden — nämlich der Süddeutschen Zeitung — mit dem Werbeblocker-Einsatz ihrer Online-Leser: weil „die Klägerin den Nutzern den ungehinderten Zugang zu ihrem Internetauftritt bei Nutzung des Werbeblockers eröffnet lässt und lediglich die Bitte geäußert hat, auf die Verwendung von Werbeblockern zu verzichten“, dürften die Nutzer dies als Einwilligung zum Einsatz des Werbeblockers verstehen, die Nutzung sei deswegen rechtlich zulässig.

Hier ist Platz für Kommentare!

Wir freuen uns auch über Trackbacks von anderen Seiten. Die Kommentare mitverfolgen kann man übrigens auch via RSS.

Ansonsten gilt: "Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam."

Folgende Meta-Tags sind bei Kommentaren erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dieser Blog unterstützt Gravatare. Den persönlichen Gravatar für das gesamte Web gibt's auf der Gravatar-Website.

Newsletter abonnieren (1x pro Woche)