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“Mythos Kindle” – ist der txtr-Reader wirklich besser als Amazons Lesegerät?

4 Nov 2009 Ansgar Warner 2 Kommentare

mythos-kindle-ist-txtr-ereader-wirklich-besser-als-amazon-kindleBald ist er da, der txtr-Reader aus Berlin – ab 1. Dezember kann man ihn bestellen, die Auslieferung beginnt vierzehn Tage später. Die Konkurrenz war aber schneller: pünktlich zur Frankfurter Buchmesse hatte schließlich Amazon angekündigt, den Kindle2 nun auch in Deutschland zu verkaufen. Grund für txtr, noch mal kräftig zu trommeln – unter dem Titel „De-Mystifying the Kindle“ werden auf dem Firmenblog Argumente aufgelistet, warum der Kindle schlechter ist als sein Ruf.

txtr über Kindle: „vernagelt, ohne deutsche Bücher, undurchsichtige Kosten“


Offenbar sind die txtr-Macher langsam genervt von all den Zeitgenossen, die ihr Reader-Projekt mit Amazon vergleichen: “Das ‘Aber Amazon’-Argument: Das amüsiert uns immer ein bisschen. Ja doch, Amazon. Wir werden sehen, was passiert, wenn Amazon ein echtes deutsches Angebot hat“, heißt es auf dem Blog. Denn schließlich sei der Kindle zwar „ein gutes Gerät mit globalem Roaming und tollem englischsprachigem Angebot“, zugleich aber „,vernagelt, ohne deutsche Bücher und mit etwas undurchsichtigen Kosten“ sowie nur aus den USA bestellbar. Amazon behauptet, das Gerät koste 259 Dollar – stimmt nicht, sagen die txtr-Macher zu recht. Mit Zollgebühren und Versandkosten landet man schnell bei 280 … nicht Dollar, sondern Euro. Nun gab’s aber auch Diskussionen in der Blogosphäre über die „wahren Kosten“ des txtr-Readers, der ja nicht nur drahtlos mit dem txtr-Store verbindet, sondern auch den Zugang zu Blogs etc. ermöglicht. “Folgekosten” — das ist ein Mißverständnis“ – heißt es dagegen bei txtr. „Wer den Reader kauft, kriegt ein voll funktionsfähiges Gerät und schließt keinen weiteren Vertrag ab.“ Nur wer „von unterwegs auf eigene Dokumente oder freie Inhalte zugreife“, zahle etwas drauf, und zwar, anders als beim Kindle, nicht als „pay per use“, sondern über ein Abo-Modell. Damit auch niemand mehr zweifelt, wird das auf der offiziellen Startseite von txtr noch mal klargestellt: Preis 319 Euro, „keine weiteren Kosten/Gebühren!“

Der eigentliche Clou sind die Social Media-Funktionen des txtr-Readers

Gute Argumente hat txtr natürlich in punkto Preis und Verfügbarkeit deutscher Titel – die gibt’s für den Kindle bisher nicht, und selbst wenn es sie gäbe, würde ja die Buchpreisbindung auch für Jeff Bezos gelten. Doch auch die Kampfpreise für englische Titel kann die txtr-Leute nicht beeindrucken – „in vielen Fällen werden englische Bücher bei uns genauso preiswert sein“ verspricht man den deutschen Kunden. Soweit, so gut. Bei allen Vorteilen des txtr-Reader ist es allerdings verwunderlich, dass txtr an dieser Stelle hauptsächlich sagt, was man besser kann, aber nicht, was man völlig anders macht als Amazon. Thorsten Köster von ereaderwelt.de weist zu recht auf die „Social Media-Funktionen“ des txtr hin, die andere Wettbewerber eben bisher überhaupt nicht bieten können. Webbasierte Dienste wie BookGlutton haben ja schon gezeigt, was das „vernetzte Lesen“ leisten kann, nämlich die Kombination von Web 2.0 und E-Books – in Zukunft gibt es das nun auch mobil. Die txtr-Community ist ja tatsächlich auch schon im Aufbau. Eins darf man gerade für den deutschen Markt natürlich auch nicht vergessen: der txtr ist ein durch und durch deutsches Produkt – sowohl die Produktion des Readers wie auch der Betrieb des E-Bookstores und natürlich auch der Kundendienst werden von Berlin aus gemanagt. Dagegen sind Sony, Bookeen oder Amazon im Zweifelsfall dann doch sehr weit weg.

2 Kommentare »

  • newstube.de schrieb:

    “Mythos Kindle” – ist der txtr-Reader wirklich besser als Amazons Lesegerät?…

    Bald ist er da, der txtr-Reader – ab 1. Dezember kann man ihn bestellen. Die Konkurrenz war schneller: zur Frankfurter Buchmesse hatte Amazon angekündigt, den Kindle2 auch in Deutschland zu verkaufen. Grund für txtr, noch mal kräftig zu trommeln …

  • e-book-news.de » Blog Archive » iPhone wird zum E-Reader: Kindle-App jetzt auch in Deutschland erhältlich schrieb:

    [...] das Lesen von epub-Dateien ohne DRM auf dem iPhone angeht. Mit der txtr-App bietet das gleichnamige Berliner Startup seit kurzem sogar die Möglichkeit, DRM-geschützte deutschsprachige E-Books auf dem iPhone zu [...]