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Multitool für E-Leser: Calibre-Handbuch gibt praktische Tipps

11 Jan 2012 Ansgar Warner 0 Kommentare

Calibre ist ein echter Alleskönner – der „E-Book-Manager“ von Kovik Goyal unterstützt nicht nur bei der Verwaltung der privaten E-Bibliothek, sondern auch beim importieren, konvertieren und synchronisieren elektronischer Bücher. Der unentbehrliche Helfer für alle E-Reader-Besitzer läuft unter Windows, Mac OS X und Linux und ist obendrein Open Source, also kostenlos erhältlich. Mehr als 6 Millionen Benutzer weltweit profitieren bereits von Calibre – doch der Funktionsumfang ist mittlerweile ziemlich komplex. So kommt das erste deutsche Handbuch wie gerufen: in „Calibre – das E-Book Multi-Tool“vermittelt das Autorenteam Frank Großklaus & Mirko Russo allen Einsteigern die notwendigen Grundlagen und gibt Tipps & Tricks, um die Möglichkeiten des Programms auszuschöpfen.

So bekommt man die E-Bibliothek in den Griff

Calibre heißt offiziell „E-Book-Library-Manager“ – und ein solches Verwaltungsprogramm braucht man mittlerweile, denn viele private E-Book-Bibliotheken würden in gedruckter Form einige Regalmeter füllen. So widmet sich das erste Kapitel von „Calibre – das E-Book-Multitool“ erstmal der Benutzeroberfläche und ihren Grundfunktionen wie Auflisten, filtern und suchen, mit denen man Ordnung in die E-Bibliothek bringen kann. Calibre legt auf dem Rechner eine eigene Ordnerstruktur an, deren Struktur auf Autorennamen und Titeln aufbaut. Im eigentlichen E-Book-Ordner werden neben Cover und Inhalt auch spezielle „Metadaten“ gespeichert, etwa Autor, Titel, Verlag, Erscheinungjahr und Ort. Das Calibre-Menü ermöglicht es dem Nutzer, die E-Books mit solchen zusätzlichen regelrecht zu katalogisieren.

Schluss mit dem Formate-Chaos

Zu den „mächtigsten“ Funktionen von Calibre gehört das Konvertieren von E-Books in unterschiedlichste Formate. Möchte man ein epub-Buch auf einem Kindle-Reader lesen, kann man es beispielsweise mit wenigen Mausklicks in das von Amazon standardmäßig verwendete mobi-Format bringen. Das funktioniert natürlich nur, wenn der betreffende Titel nicht im Rahmen von Digital Rights Management (DRM) geschützt ist bzw. entfernt wurde. Was Großklaus und Russo an dieser Stelle nicht erwähnen: Mit entsprechenden inoffiziellen Plugins kann man DRM bereits beim Importieren eines E-Books in Calibre unwirksam machen. Ob das für zumindest für den privaten Gebrauch legal ist – analog zum „Rippen“ einer CD – ist allerdings unter Experten umstritten. Aber auch ohne diese Option nimmt Calibre dem Nutzer bereits viel Arbeit ab. Da man die Konvertierungseinstellungen sehr detalliert gestalten kann und sich auch Metadaten und Cover bearbeiten lassen, nutzen viele Self-Publishing-Autoren bevorzugt Calibre, um ihre Rohdaten in ein gängiges E-Book-Format zu bringen.

Sogar iTunes lässt sich in Calibre einbinden

Wer auf verschiedenen Mobilgeräten und Readern E-Books liest, wird die Synchronisierungs-Funktion von Calibre besonders schätzen lernen. Im Kapitel „Geräte synchronisieren“ erfährt man darüber alles wichtige. Besonders interessant für Apple-User: sogar das persönliche iTunes-Verzeichnis lässt sich per Mausklick einbinden. Angenehm ist zudem, dass Calibre gängige Reader wie Kindle, Sony-Reader oder Kobo-Reader beim Herstellen einer USB-Verbindung automatisch erkennt und in die E-Bibliothek einbindet. Was viele übrigens nicht wissen – Calibre kann nicht nur E-Books importieren, sondern auch RSS-Feeds von Nachrichtenportalen. Aus dem Feed kann dann wiederum ein E-Book hergestellt werden, das man bequem auf dem E-Reader liest. Calibre lädt die Feeds auf Wunsch automatisch in bestimmten Zeitabständen herunter. Ebenso erfreulich dürfte für viele Nutzer die Möglichkeit sein, via Calibre die eigene E-Bibliothek bei cloudbasierten Services wie Dropbox zwischenzuparken, um sie dann von verschiedenen Mobilgeräten aus zu nutzen. Mehr darüber erfährt man im Kapitel „Import & Export von E-Books“.

Fazit: das Calibre-Handbuch lohnt sich!

Schritt für Schritt führen Großklaus und Russo den E-Book-Nutzer an die zahlreichen Funktionen von Calibre heran – und bleiben dabei anschaulich und gut verständlich. Ergänzt wird der Hauptteil noch durch Tipps, Tricks und einen ausführlichen Anhang mit wertvollen Link-Tipps rund um das Thema Elektronisches Lesen. Somit sind die 3,99 Euro für die Kindle-Versiondes Calibre-Handbuchs gut investiertes Geld, um Kovik Goyals kostenloses Multitool mit Gewinn zu nutzen. Damit man auf dem Laufenden bleibt, gibt’s obendrein noch eine Aktualitätsgarantie: „Wenn es wichtige Neuerungen gibt, werden Sie von Amazon automatisch über neue Versionen informiert, die Ihnen, falls gewünscht, kostenlos überspielt werden“, so die Autoren. Wer Calibre vor allem als Self-Publisher nutzen möchte und tiefer in die Materie eindringen möchte, dem sei die erweitere Version des Calibre-Handbuchs empfohlen (“Calibre – große Handbuch”)), die knapp siebzig Seiten mehr enthält und 7,99 Euro kostet. Ebenfalls empfehlenswert speziell für Kindle-Autoren ist Wolfgang Tischers Ratgeber („Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen“),der einen Extrateil zum Thema Calibre enthält.

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