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Mission Multichannel: Thalias neuer Oyo-Reader hat den direkten Draht zum E-Store

4 Sep 2010 Ansgar Warner 2 Kommentare

oyo-ereader-thalia-test-ifa-wlan-e-bookDer Thalia-Reader heißt Oyo und kommt mit E-Ink-Display, Touch-Screen und WLAN. Auf der IFA in Berlin wurden das Lesegerät und Thalias neuer E-Store der Öffentlichkeit vorgestellt. Als erste deutsche Buchhandelskette setzt das Unternehmen damit ähnlich wie Amazon auf ein eigenes Lesegerät, um E-Books drahtlos direkt zu den Kunden zu bringen. Dank dem systemoffenen epub-Format können Oyo-Besitzer jedoch auch anderswo shoppen. Thalias neuer E-Reader kommt am 28. Oktober für 139 Euro in den Handel. (Update: Der Oyo-Reader kann jetzt online bestellt werden. Siehe auch unseren Oyo-Testbericht.)

E-Book als „dritte Darreichungsform“ neben Hardcover und Taschenbuch

„Es wird auch morgen noch Buchhandlungen geben“, da ist sich Thalia-Geschäftsführer Michael Busch bei der Oyo-Premiere ganz sicher. Tatsächlich sind die 295 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zentrales Standbein des Unternehmens. Doch das Buzz-Word der Branche lautet im Moment nicht umsonst „Multichannel“. Und das heißt: Bücher in allen Formen, Bücher an allen Orten. Neben die „Darreichungsformen“ Hardcover und Taschenbuch, so ist sich Busch sicher, wird in Zukunft ganz selbstverständlich das E-Book treten. Ebenso selbstverständlich sollte der Buchhändler deswegen auch E-Books im Angebot haben: „Für den Kunden ist es wichtig, egal wann oder egal wo er ist, Lösungen aus einer Hand geboten zu bekommen. Morgens die Buchhandlung in der Innenstadt mit vielfältiger Auswahl, mittags im Internet ein Buch bestellen, und abends zu sagen: die Buchhandlung ist zu, ich habe aber meinen Oyo, meinen Reader, mit dem ich mir ganz bequem das Buch was mir fehlt herunterladen kann“, so Busch gegenüber E-Book-News.

“Ohne die Buchhändler wäre der Erfolg des Oyo nicht denkbar“

Eine wichtige Rolle spielen in Thalias Multichannel-Konzept aber auch weiterhin die Buchhandlungen vor Ort – und genauso die BuchhändlerInnen. Neben Kundenrezensionen seien etwa Online-Empfehlungen einzelner Thalia-Buchhändler zu einem wichtigen Orientierungsmittel für die Kunden geworden, so Michael Busch. Ähnliches gelte bei der Beratung zum Thema elektronische Lesegeräte: „Ohne die Buchhändler wäre ein Erfolg des Oyos nicht denkbar. Als wir uns mit den ersten E-Readern beschäftigt haben, waren wir uns sicher, dass wir die meisten E-Reader über das Internet verkaufen würden. Da haben wir uns sehr getäuscht. Die überwältigende Anzahl unserer Reader wurde in den letzten anderthalb Jahren über unsere Buchhandlungen verkauft. Weil gerade die Buchhändler es schaffen, dem Kunden das Thema E-Reader nahe zu bringen. Ihnen ist es gelungen, die Technikschwelle zu überwinden, die auch bei Viellesern noch da ist.“ Da die Thalia-Filialen mit WLAN ausgestattet werden, können Oyo-Besitzer demnächst aber auch die elektronische Lektüre für den Oyo direkt in den Filialen einkaufen. Das virtuelle Bücherrregal wird dabei schnell länger sein als die hölzerne Variante: Der E-Store soll schon bald mehrere Hunderttausend Titel umfassen.

“Harter Kopierschutz ist nicht kundenfreundlich“

Nicht nur bei der Namensgebung, sondern auch bei der Ausstattung des in Zusammenarbeit mit MEDION realisierten E-Readers hat Thalia auf Kundenbefragungen gesetzt. “Wir haben ein Lesegerät geschaffen, das genau auf die Lesebedürfnisse unserer Kunden angepasst ist, ein dediziertes Lesegerät. Wir haben auf unsere Kunden gehört, und bieten ihnen genau die Funktionen, die sie am meisten wertschätzen”, erklärte uns Henning Albrecht, Thalia-Projektleiter für den Bereich Multichannel. „Zu diesen Funktionen gehört der direkte Zugang zum Thalia E-Book-Shop, eine gute Orientierung auf dem Gerät, ein Touch-Screen, mit dem das haptische Bucherlebnis so gut wie möglich auf den Oyo projiziert wird”, so Albrecht weiter. Umblättern kann man auf dem Oyo etwa durch das von iPhone und iPad bekannte “Fingerwischen” von links nach rechts. Erfreulicherweise setzt Thalia in der Formatfrage auf epub, so dass auch E-Books von Portalen wie etwa libri auf dem Oyo gelesen werden können. Das gilt auch für kopiergeschützte E-Books, die meisten kommerziellen Titel werden auch auf dem Oyo-Reader mit Adobes DRM ausgestattet sein. Hier hat sich Thalia offenbar den Wünschen der Verlage gebeugt, obwohl man sich aus Buchhändlersicht etwas anderes gewünscht hätte, etwa das digitale Wasserzeichen: „Wir als Thalia sprechen uns für einen weicheren Kopierschutz aus, weil wir denken dass der harte Kopierschutz mit DRM nicht kundenfreundlich ist“, so Henning Albrecht.

oyo-thalia-e-reader

Oyo-Reader Specs:


Abmessungen

124x154x11mm

Display

6-Zoll E-Ink Touch-Screen,
800*600 Pixel bei 16 Graustufen

Textfunktionen

Virtuelle Tastatur, Erstellung von Notizen
und einfaches Setzen von Lesezeichen,
6 Schriftgrößen, 5 Fonts

Anschlüsse

MicroUSB,
MicroSD, 3,5 mm Kopfhörerbuchse

Gewicht

240 g

E-Book-Formate

Epub (mit/ohne DRM), PDF, TXT, HTML

System-Kompabilität

PC/MAC

Speicherkapazität

2 GB, davon ca. 1,5 GB nutzbar

Akkulaufzeit

8000 x Umblättern, bis zu 2 Wochen

Preis

139 Euro (Basisversion WLAN, online bestellen bei Thalia.de )

2 Kommentare »

  • Marketing, Werbung, Public Relations schrieb:

    Digitale Offensive der Buchhändler Thalia und Libri…

    06.09.2010 aus Welt, S.12 – Die deutschen Internet-Buchhändler Thalia und Libri haben im Rahmen der Internationalen Funkausstellung (Ifa) eigene elektronische Lesegeräte vorgestellt. Damit reagieren sie auf die wachsende Bedeutung digitalisierter Les…

  • newstube.de schrieb:

    IFA-Premiere: Thalias neuer Oyo-Reader hat den direkten Draht zum E-Store…