Mehr Lesestoff für den Kindle: Amazon macht Self-Publishing-Plattform DTP weltweit verfügbar

amazon-digital-text-plattformAmazon geht einen weiteren Schritt bei der Internationalisierung des Angebots für den Kindle-Reader: die digitale Text-Plattform (DTP) steht nun Anbietern aus der ganzen Welt offen. Bisher konnte das Self-Publishing-Tool nur innerhalb der USA genutzt werden. Zu den unterstützten Sprachen gehören neben Englisch auch Deutsch und Französisch – in naher Zukunft dürfen also gerade auch Kindle-Nutzer in Deutschland auf ein besseres Angebot im digitalen Buchregal hoffen.

Do it yourself: Jeder Rechteinhaber kann E-Books in den Kindle-Shop hochladen


Amazon setzt beim Content nicht nur auf direkte Deals mit Autoren und großen Verlagen, sondern auch auf individuellen „Third-Party“-Lesestoff. Jeder Rechtinhaber kann über die Self-Publishing-Plattform DTP per Mausklick eigene Inhalte hochladen. In wenigen Schritten können dann Titel, Formatierung und Preis festgelegt werden – und nach einer Wartezeit von etwa 24 Stunden steht jedes E-Book weltweit zur Verfügung. In einem ersten Schritt unterstützt DTP neben Englisch nun auch Französisch und Deutsch. Weitere Sprachen sollen nach und nach hinzukommen. Das deutschsprachige Kindle-Leseland dürfte nun in absehbarer Zeit deutlich wachsen – bisher war mangelnde Lektüre hierzulande für viele Konsumenten ein Grund, auf Amazons Reader vorerst zu verzichten.

Ausgerechnet Orwell: Self-Publishing kann auch Nachteile haben…


Voraussetzung ist dabei natürlich, dass man tatsächlich alle entsprechenden Rechte besitzt. Amazon prüft das offenbar nicht in allen Fällen nach, sondern verlässt sich auf die Kunden – oder auf den etwaigen Protest der tatsächlichen Rechteinhaber. Im Zweifelsfall wurden Kindle-Books auch schon sehr rasch wieder aus dem Programm genommen – und sogar auf den E-Readern der Buch-Käufer drahtlos gelöscht. Im letzten Sommer traf es ausgerechnet Amazon-Kunden, die eine Ausgabe von George Orwells „1984“ gekauft hatten. Über Nacht führte Amazon auf hunderten Readern eine kollektive Löschungsaktion durch – was erst in der Blogosphäre, dann aber auch in der Weltpresse zu einem handfesten Skandal führte. Um den Imageschaden zu begrenzen, versprach das Unternehmen schließlich, in ähnlichen Fällen nicht mehr ungefragt Dateien von den E-Readern zu löschen.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".