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Mehr als ein Jailbreak: Solarbetriebener Kobo-Reader zum Selberbauen

13 Nov 2012

Es gibt wohl kaum Geräte, die mit so wenig Strom auskommen wie E-Ink-Reader – vielleicht mal vom Solartaschenrechner abgesehen. Solar? Ein gutes Stichwort: Warum wird der Vorteil von elektronischem Papier nicht endlich mal komplett ausgereizt, und mit Photovoltaik kombiniert? Die Zubehörindustrie ist natürlich an der Sache dran. Vor einiger Zeit haben wir schon mal ein Solar-Case für das Kindle vorgestellt, das prima funktioniert, jedoch auch fast so viel kostet wie der Reader selbst. Wer es etwas günstiger haben möchte, kann selbst zu Schraubenzieher und Lötkolben greifen. Auf dem DOIY-Portal instructables gibt’s jetzt eine Anleitung eines niederländischen Modders namens „Flapke“, die vorführt, wie man einen Kobo Reader zwei kleine Solarpaneele verpasst. Eins sollte man jedoch vorher wissen: ganz „unblutig“ geht die Sache nicht ab, dies ist ein Hardware-Hack…

Um den Kobo-Reader solartechnisch aufzurüsten, muss nicht nur die Außenhülle geöffnet werden, es wird auch eine Aussparung in die Abdeckung auf der Rückseite geschnitten, damit die Solarpaneele Platz finden. Außerdem wird zwischen Solarzellen und Akku ein spezieller integrierter Schaltkreis (Maxim IC MAX1551/1555) gelötet, der den Ladevorgang steuern soll. Das Ergebnis sieht ziemlich professionell aus, und scheint auch zu funktionieren. Einziger Nachteil: Zum Aufladen muss man den Reader umdrehen. Oder beim Lesen direkt gegen die Sonne halten. Auch nicht gerade komfortabel.

Immerhin zeigt die Selbstbau-Anleitung: die Kombination von E-Reader und Solarzellen ist nicht nur sinnvoll, sondern auch technisch recht unaufwändig. Eigentlich sollten die Reader-Hersteller da selbst mal aktiv werden und entsprechende Modell-Varianten anbieten, so ähnlich wie bei Solar-Taschenrechnern. Schließlich könnten sie dann mit „unendlicher Lesedauer“ werben. Echte Outdoor-Freunde haben natürlich sowieso schon ein solarbetriebenes USB-Ladegerät dabei. Für den normalen Unterwegs-Leser wäre ein Solar-Reader aber durchaus interessant…

(via techfieber)

Abb.: Flapke