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Mayersche macht mobil – gebrandeter Glowlight-Reader & neuer Webshop

12 Nov 2013

Mayersche Buchhandlung? Für viele Leser außerhalb von NRW und Rheinland-Pfalz kein Begriff – und doch handelt es sich bei der „Mayerschen“ um Deutschlands drittgrößte Kette, mit mehr als 40 Filialen von Aachen bis Wuppertal. Anders als im Fall von Thalia & Weltbild ist das inhabergeführte Unternehmen allerdings kein Mitglied der „Gran Tolino-Koalition“, und geht im Reader- wie auch Onlinegeschäft neuerdings ganz eigene Wege. Flaggschiff in Sachen E-Lesen ist ab jetzt eine „gebrandete“ Version des Glowlight-Readers Pocketbook Lux („M-Pocketbook Lux“), daneben wird aber auch das 7-Zoll Tablet „Surfpad 2“ angeboten (ebenfalls von Pocketbook).

Alternatives Ökosystem von Reader & Webshop

Mit an Bord des M-Pocketbook Lux ist der integrierte E-Store der Mayerschen, außerdem lässt sich der 6-Zoller mit dem Online-Shop-Konto synchronisieren, auch die Einkäufe aus dem Web landen via WLAN automatisch auf dem Lesegerät – im Kleinen ist hier also ein ähnliches Ökosystem entstanden, wie man es von Amazon oder Tolino kennt. Von der Hardware her steht das im Frühjahr 2013 gelaunchte Lesegerät der Konkurrenz ohnehin in nichts nach – es bietet XGA-Auflösung, 4 Gigabyte Speicher und besitzt mit Audio-Funktion und Text-to-Speech sogar zwei echte Alleinstellungsmerkmale, seitdem anderswo solche Features zugunsten der Tablet-Modelle wegfallen. Nur beim Preis muss der Kunde für das glimmernde E-Ink etwas tiefer in die Tasche greifen – mit 139 Euro rangiert der M-Pocketbook Lux nicht nur oberhalb von Kindle (129 Euro) und Tolino (99 Euro), sondern übertrifft auch das im Webshop der Mayerschen Buchhandlung angebotene Surfpad 2 (119 Euro).

Abschied vom Whitelabel-Shop

Wer den Web-Shop der Mayerschen ansteuert, dem fällt seit dem Frühjahr übrigens auf den ersten Blick eine Neuerung auf – die Aachener haben sich endlich vom alten Whitelabel-Shop aus dem Hause Libri verabschiedet. Stattdessen setzt man nun auf eine individuelle Lösung, die von der Agentur Marmalade auf Grundlage der E-Commerce-Plattform OXID eShop entwickelt wurde. Für die E-Book-Distribution im Hintergrund sorgt Libreka, um alles gedruckte kümmern sich KNV und Libri. Schon im letzten Jahr meldete die Mayersche ein Online-Plus von 20 Prozent – die Kombination gebrandeter Reader plus neuer Web-Shop könnte nun erneut für starkes Wachstum sorgen. Grundsätzlich dürfte dieser Weg wohl auch anderen Indies offenstehen: das Pocketbook Lux etwa wird vom Barsortimenter Umbreit mit lokalisiertem E-Store angeboten, zugleich zeigen Beispiele wie ocelot, das auch kleinere Buchhändler einen unabhängigen Webstore auf die Beine stellen können.