Home » Buchmarketing

Mayerle, Mayerle, an der Wand, wer kommt 2050 noch in die Buchhandlung gerannt? Mayersche Innovationspreis prämiert kreative Kunden-Ideen

10 Sep 2018

mayerlemayerle„Buchkäufer, quo vadis?“ fragt eine aktuelle Branchenstudie des Börsenvereins, und stellt u.a. einen Trend zum galoppierenden Kundenschwund fest. Die Mayersche Buchhandlung nahm den Ball auf, schrieb einen „Innovationspreis“ aus und fragte in diesem Rahmen die der regionalen Kette noch treue Kundschaft: wie könnte ein innovatives, kreatives Buchhandels-Konzept für das Jahr 2050 aussehen? Mit Erfolg: Über 60 Einsendungen gingen ein, letzte Woche wurden in Aachen drei Preisträgerinnen gekürt, allesamt „intelligente, selbstbewusste junge Frauen“, wie die Jury feststellt — und mit klaren Vorstellungen über die Zukunft, und vor allem natürlich hoher Affinität zum Lesen, was wohl auch der Grund sein dürfte, warum keine Männer auf dem Siegertreppchen standen.

Wie lockt man die Kunden aus dem Smarthome?

Die große Herausforderung bestehe darin, die Buchhandlung als Erlebniswelt zu inszenieren, denn „damit man 2050 überhaut noch die Wohnung verlässt muss der Handel zukünftig einiges bieten“, so Sonja Ricken, eine der Gewinnerinnen. In ihrer Konzeptidee lassen Hologramme, LED-Paneele und VR-Brillen die Buchhandlung zur individuellen, lebendigen Bühne werden. Bücher präsentieren ihre Inhalte via Trailer oder der Kunde blättert einfach mal kurz digital durch das ausliegende Buch.
Was nicht vorrätig ist, wird vor Ort via „Print on Demand“ ausgedruckt.

Von Amazon lernen heißt siegen lernen?

Die allwissende Software „Mayerle“ — ein Schelm, wer dabei nicht an das sprechende „Amazonle“ in smarten Lautsprechern oder auf dem Smartphone denkt — steht in Elisabeth Kaedings Konzept den Mayersche Kunden allzeit mit individuellen Tipps bereit, basierend auf dem individuellen Kauf- und Informationsverhalten. „Mayerle, was glaubst Du gefällt mir auch…“ ist die moderne Version von Schneewittchens Zauberspiegel. Dank persönlichen Identitäts-Chips sind Kassen überflüssig, und wer will, shoppt per VR-Brille einfach von zu Hause aus und lässt sich das Buch per Drohne liefern.

Virtuelles Wasserglas, virtuelle Fürze

Augmented Reality könnte auch der Wasserglas-Lesung in der Buchhandlung („Krawehl, krawehl…“) neues Leben einhauchen, glaubt schließlich die Preisträgerin Janina-Annique Teleng — so können Autoren (und Wassergläser) auf der Bühne erscheinen, die gar nicht vor Ort sind. Die Buchkäufer, soweit sie sich tatsächlich noch selbst physisch in das Ladengeschäft begeben, erhalten gleich am Eingang des Etablissements eine VR-Brille, und surfen solchermaßen durch die Buchhandlung wie durch einen geräumigen Web-Shop, unterstützt von Hologrammen. Etwas bedrohlich dagegen die Vorstellung: „Es gibt Geruchs- und Geräusch-Sensoren für ein besonderes Bucherlebnis.“

(via Börsenblatt)

Abb.: (c) Mayersche Buchhandlung