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MatchBook: Amazon startet AutoRip für E-Books – rückwirkend bis 1995

3 Sep 2013

Nicht nur die NSA speichert alles & für immer. Auf Amazons Servern schlummert noch so manche Kundeninformation – was wie im Fall des heute angekündigten „MatchBook“-Programms von Vorteil sein kann: auch bei Büchern will das Unternehmen in Zukunft nämlich eine digitale Cloud-Kopie anbieten. Unter dem Namen „AutoRip“ gibt’s eine ähnliche Form des Retro-Bundlings bereits für CDs (in Deutschland seit Sommer 2013), und zwar rückwirkend bis 1999.

Angefangen hat bei Amazon natürlich alles mal mit Büchern, deswegen reicht das Gedächtnis von MatchBook sogar bis 1995 zurück: „Wenn jemand sich während der Clinton-Regierung [entspricht etwa der späten Kohl-Ära, A.d.R.] via CompuServe eingeloggt und bei Amazon ein Buch wie ‚Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus‘ gekauft hat, kann er den Titel nun dank Kindle MatchBook volle 18 Jahre später der Kindle-Bibliothek für wenig Geld hinzufügen“, so Russ Grandinetti, Vizechef der Kindle-Content-Abteilung.

Anders als im Fall der MP3s ist das automatisch in die Rechnerwolke gebeamte E-Book also nicht in jedem Fall kostenlos – die Preise bewegen sich aber maximal zwischen 99 Cent und 2,99 Dollar. MatchBook startet bei Amazon.com im Oktober, zu diesem Zeitpunkt soll das Bundling-Modell bereits mehr als 10.000 Titel umfassen, darunter Bestseller von Colleen McCullough, John Irving oder – surprise, surprise – Oliver Pötzsch. Ein Starttermin für den deutschen Kindle-Store steht noch nicht fest. Bei AutoRip für CDs dauerte es nur ein halbes Jahr, bis das Programm nach dem US-Markt auch in Deutschland an den Start ging.

Besonders einfach haben es Rechteinhaber, die bereits Amazons KDP-Plattform nutzen – hier können sie per Mausklick die Bundling-Option für ihre Kindle-Titel freischalten. Für viele Verlage und Autoren dürfte das neue Feature wohl eine einmalige Chance bieten, den Lesern zielgenau ein Zusatzangebot zu machen. „Mir gefällt diese Idee: sie ist einfach, brillant und bietet jedem etwas“, zitiert Amazon den Bestseller-Autor Marcus Sakey. Und lässt ihn zudem eine für viele Verlage unbequeme Wahrheit aussprechen: „Es ist lächerlich, von den Lesern zu verlangen, zweimal den vollen Preis für dasselbe Buch zu bezahlen.“

Abb.: „Es war einmal…“ (OVP des Kindle 2) – Flickr/Madaise (cc)