Mangas für das Keitei: Comics beherrschen den japanischen E-Buchmarkt

iphone japan ereader ebook bestseller.jpgEgal ob E-Comics oder E-Books – in Japan landet die elektronische Lektüre vor allem auf den Displays der Keiteis, also der Mobiltelefone. Mehr als drei Viertel der Umsätze werden mit Downloads von mobilen Geräten erzeugt. Mangas spielen dabei eine wichtige Rolle – sie haben sich auch auf dem iPhone zum idealen Content entwickelt. Mittlerweile ist im Land der aufgehenden Sonne jedoch auch ein weiterer Player am Horizont erschienen: Amazons Kindle.

Japanische Comic-Fans geben viel Geld für iPhone-Apps aus

iphone app japan ebook ecomic.jpgJapan ist schon seit den Neunziger Jahren der wichtigste Handy-Markt der Welt. Die Zuwachsraten sind immer noch gigantisch: um 131 Prozent wuchs das Business mit mobilen Geräten allein im letzten Jahr. Zehn Milliarden Euro wurden insgesamt umgesetzt, 3,5 Mrd. Euro mit mobilem Content. Am stärksten entwickelt sich dabei das eBook-Segment: innerhalb von drei Jahren stieg der Umsatz von 51 Mio. auf mehr als 300 Mio. Euro. E-Comics haben dabei die Nase deutlich vorn. Einer der wichtigsten Content-Lieferanten, ebook Japan, hat etwa 33.000 Titel im Angebot – 26.000 davon sind elektronische Bildergeschichten. In einer kürzlich veröffentlichen Studie sagten 32 Prozent aller Handynutzer, dass sie bereits E-Books auf ihren Geräten gelesen hätten, in 80 Prozent der Fälle handelte es sich um E-Comics. Als eBook Japan im Juni seine iPod/iPhone-App gestartet hat, gaben die Manga-Fans allein während der ersten zehn Tage im Durchschnitt etwa 100 Dollar aus, gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt.

In Japan gibt es bereits mehr als zwei Millionen iPhones

Das iPhone hat offenbar seine anfänglichen Schwierigkeiten in Fernost längst überwunden. Mehr als zwei Millionen Apple-Handys wurden in Japan bisher abgesetzt – das neue Modell 3GS-Modell schaffte es im Sommer sogar auf Platz 1 der dortigen Verkaufs-Charts. Mittlerweile liegen auch erste Daten zur iPhone-Nutzung vor: Das japanische Marketing Consulting Unternehmen imj mobile etwa hat im September ca. 300 iPhone und iPod touch User aus der Gegend von Tokyo und Osaka zur Nutzung befragt. Kostenlose Apps sind auch unter Nippons Usern besonders beliebt – doch Paid Content hat es gleichzeitig deutlich leichter als bei uns. Mehr als die Hälfte der Befragten, die schon eine App gekauft haben, gab dafür mehr als 600 Yen (ca. 5 Euro) aus, und fast 20% haben für eine App sogar schon einmal 1000-3000 Yen springen lassen. Für Games zahlen die Japaner mit Abstand am liebsten (jeder dritte Japaner spielt regelmäßig auf mobilen Konsolen & Handys), gefolgt von Utilities, Foto-Programmen, Business- und Musik-Apps und E-Books.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".