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„Made with Creative Commons“: E-Book-Projekt versammelt nicht-exklusive Geschäftsmodelle

made-with-creative-commonsIm kalifornischen Mountain View sitzen IT-Unternehmen, deren Börsenwert längst durch die Decke gegangen ist. Doch nicht alle im Silicon Valley sind an maximalen Quartalsgewinnen interessiert. Bestes Beispiel für solche Non-Profits ist Creative Commons. Die gemeinnützige Organisation steht hinter der gleichnamigen nicht-exklusiven Lizenz, die als „Anti-Copyright“ Künstlern und Kreativen, aber auch Unternehmen erlaubt, Inhalte kostenlos zu nutzen, weiterzuverbreiten oder auch zu verändern.

Kann man denn davon leben?

Die digitale Allmende boomt. Weltweit soll die Zahl der cc-lizensierten Werke in diesem Jahr die Milliarden-Marke überschreiten. Doch bleibt bei allem Erfolg die Frage nach der finanzielle Nachhaltigkeit für die Urheber oft im Raum stehen: Wie können die Schöpfer solcher Werke Geld damit verdienen, indem sie ihre Werke der Allgemeinheit zur Verfügung stellen? Oder noch kürzer: Kann man denn davon leben, auch wenn man nicht Cory Doctorow heißt?

24 Open Business-Geschäftsmodelle

Die CC’ler aus Mountain View sind entschieden der Meinung: Ja! Um den Beweis zu führen, wollen Paul Stacey, Sarah Pearson und weiter KollegInnen nun unter dem Titel „Made with Creative Commons“ ein E-Book veröffentlichen, das in 24 ausführlichen Fallbeispielen das gesamte Spektrum möglicher „Open Business“-Modelle auf Grundlage von Creative Commons ausleuchtet. Natürlich wird das Best-Practice-Buch auch selbst cc-lizensiert, und in einem transparenten Publikationsprozess von Punkt zu Punkt online nachvollziehbar produziert. Eine besondere Rolle soll dabei die Social-Journalism-Plattform Medium.com spielen.

Krautpublishing trifft Creative Commons

Nicht zuletzt darf die Web-Community aber auch bei der Finanzierung von „Made with Creative Commons“ in die Bresche springen – via Crowdfunding auf Kickstarter. Also wieder mal eins von diesen Büchern, die ihre Hauptthese auch ganz praktisch beweisen möchten (vgl. Free, Meconomy, Eine neue Version ist verfügbar, etc.) Wer das Projekt auf Kickstarter unterstützt, erhält übrigens auch Stimmrecht bei der Auswahl der Fallbeispiele. CC-basierte Business Modelle nominieren kann aber jeder…

Abb.: Colores Mari/Flickr (cc-by-2.0)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

Ein Gedanke zu „„Made with Creative Commons“: E-Book-Projekt versammelt nicht-exklusive Geschäftsmodelle“

  1. Wobei es bei freier Lizenzierung nicht um „Anti-Copyright“ geht, sondern vielmehr um so etwas wie „digitale Grundrechte“, welche den Nutzern von Digitaltechnologie unveräußerlich zustehen. Diese Feinheit zeigt sich am deutlichsten daran, dass das Urheberrecht nicht etwa abgeschafft werden soll, sondern stattdessen gründlich reformiert gehört. Niemand hat etwas dagegen, dass z.B. Urheberschaft anerkannt wird, dies wird sogar ausdrücklich gefordert. Die Abhängigkeit jedoch, die durch restriktive Lizenzierung hervorgerufen wird, soll abgeschafft werden. Die Geschäftsmodelle ändern sich dementsprechend, wenn der Nutzer (ein potentiell zukünftiger Mit-Produzent) mehr machen darf: es wird weniger für die Anfertigung und Überlassung von Kopien bezahlt, die dann ohnehin nur eingeschränkt genutzt werden dürfen, und mehr für tatsächlich geleistete Arbeit im Rahmen der Herstellung digitaler Güter, sowie Dienstleistungen drum herum. Aber Vorsicht: nicht alle Creative-Commons-Lizenzen sind auch freie Lizenzen, die unfreien Lizenzen sind leider mal als fauler Kompromiss eingeführt worden, um die Schaffenden langsam an das Thema heranzuführen, jetzt sind viele Werke in selbigen gefangen. Ansonsten empfehlenswert: Copyright vs. Community.

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