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Mach’s zum Buch mit Vook: Multimediale E-Book-Erstellung für Profis

27 Mrz 2012

Was herauskommt, wenn man E-Book und Video kombiniert, wusste Bradley Inman schon lange: ein Vook. Als einer der ersten wagte sich der Silicon-Valley-Unternehmer ins multimediale E-Book-Business – mit E-Book-Apps für das iPhone und später das iPad. Zu den „Vooks“ der ersten Stunde gehörten nicht nur Sachbücher und Ratgeber, sondern auch experimentelle Romane und Thriller. Insgesamt entstanden mehr als 800 Titel, darunter in Zusammenarbeit mit NBC das interaktive E-Book „JFK 50 Days“. Doch finanziell erfolgreich war das enhanced-Konzept offenbar nicht – im Herbst 2011 wurde das ambitionierte E-Book-Angebot eingestellt. Statt dessen konzentrierte man sich auf Dienstleistungen für Autoren und Verlage – aus dem Publisher Vook wurde eine komfortable E-Publishing-Plattform für multimedialen Content. Seit wenigen Tagen ist vook.com in der öffentlichen Beta-Phase, und lässt sich kostenlos testen.

Vook übernimmt den gesamten Workflow

Vook verspricht eine Menge – ohne Kenntnisse von HTML oder CSS soll es dem Autor möglich sein, den gesamten Workflow vom Erstellen des E-Books bis zur Vermarktung über Kindle Store, iBooks und den E-Store von Barnes&Noble zu meistern. Ein spezielles Analyse-Tool – eine Art Google Analytics für E-Books – erlaubt sogar das zeitnahe Tracking der Verkaufserfolge. Zum Glück muss man nicht die virtuelle Katze im Sack kaufen, denn ein Test-Account kann man kostenlos anlegen. Damit lassen sich bereits alle grundsätzlichen Arbeitsschritte vom Erstellen des Dokuments bis zum Export einer epub-Leseprobe ausprobieren. Das grafisch schön gestaltete Interface macht die Arbeit tatsächlich sehr angenehm – entweder importiert man fertige Dateien (epub oder doc), oder man via Copy&Paste einzelne Kapitel im Vook-Editor an. Ein Section-Manager erleichtert den Aufbau und das Verändern der Kapitel-Struktur.


Video und Audio einfügen per Drag&Drop

Während andere E-Publishing-Lösungen wie booki.cc oder pressbooks vom Funktionsumfang her auf einer Linie mit WordPress liegen (oder direkt darauf aufbauen), geht Vook weit darüber hinaus. Schon die Text-Features erinnern eher an ein DTP-Programm – im „Style-Manager“ lassen sich über Buttons und Schieberegler zahlreiche Layout-Parameter (d.h. die CSS-Datei) direkt beeinflussen. Noch beeindruckender sind aber die Multimedia-Funktionen. Videos, Audio-Dateien und Bilder fügt man ganz einfach per Drag&Drop in das E-Book ein. Vook erweist sich trotz gewisser Einschränkungen – etwa bei interaktiven Grafiken – hier als clevere, plattformübergreifende Alternative zu Apples iBooks Author. Lesen lassen die bei Vook fabrizierten enhanced-Schmöker dann mit iOS-Geräten vom iPhone bis zum iPad – sowohl via iBooks oder Kindle-App, aber auch mit dem Nook-Tablet von Barnes&Noble.

Komfortabler Direkt-Vertrieb bei Amazon, Apple & Co.

Previews des E-Books lassen sich auch in der Testversion im epub- oder mobi/KF8-Format exportieren. Enthält das E-Book auch Videos, kann man das Erstellen der Vorschau beschleunigen, indem man die Multimedia-Inhalte durch gekürzte Platzhalter ersetzt. Ist man mit dem E-Book zufrieden, gibt es es für den Vertrieb der Endfassung zwei Möglichkeiten: entweder lädt man das E-Book herunter und sorgt selbst für den Upload etwa bei Amazons Kindle Direkt Publishing Programm, oder man nutzt den Distributions-Service von Vook. Nur in diesem Fall lässt sich auch die Tracking-Option nutzen, mit der u.a. auch die Preisfindung erleichtert werden soll. Im Fall von Amazon sowie iBooks ist übrigens mit Vook auch der Vertrieb in Deutschland möglich.


Vook lohnt sich vor allem für Profi-Autoren

Finanzielle Nachteile hat man durch den Vertrieb via Vook nicht – denn alle Tantiemen fließen zu 100 Prozent an den Autor, bei dem auch alle Rechte am Content verbleiben. Dafür wird man vor der Veröffentlichung gleich zur Kasse gebeten – bereits für das Upgrade vom Test-Account zum Basis-Account zur Erstellung einfacher epubs- oder Kindle-Books werden 79 Dollar pro Monat fällig. Multimedia-E-Books lassen sich erst mit einem Pro-Account erstellen, das für 199 Euro pro Monat zu haben ist. Für kleine Verlage oder Profi-Autoren dürfte sich das aber auf jeden Fall lohnen – denn sie bekommen mit Vooks cloudbasierter E-Publishing-Plattform ein ebenso mächtiges wie komfortables Tool für den kompletten Work-Flow bis hin zu Vertrieb und Marktanalyse in die Hand.