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Low-Cost-Tablet “Liro Color”: Börsenverein wagt sich ins E-Reader-Business

13 Okt 2011 Ansgar Warner 5 Kommentare

Die Buchbranche gerät ins Tablet-Fieber: mit dem Liro Color präsentiert die Börsenvereins-Tochter MVB in den Frankfurter Messehallen einen WiFi-Reader mit Farb-LCD und Touch-Screen. Das zum Preis von 99 Euro exklusiv über Buchhandlungen vertriebene Gerät sieht aus wie eine Low-Cost-Version des Nook Color – und tatsächlich verbirgt sich hinter dem von Trekstor produzierten 7-Zoller ein Android-Betriebssystem. Der integrierte E-Store speist sich aus dem Angebot des MVB-Portals Libreka. Ähnlich wie bei den E-Readern von Libri oder KNV basiert auch das Liro-Konzept auf der Umsatzbeteiligung des stationären Buchhandels – bei jedem drahtlos geshoppten E-Book fallen für den Bouquinisten um die Ecke 20 Prozent Provision an. Auf dem E-Reader sind bereits drei kostenlose E-Books im epub-Format vorinstalliert: Léon und Louise (Alex Capus), Kleiner Mann – was nun? (Hans Fallada) sowie Ein unmoralisches Sonderangebot (Kerstin Gier). Verkaufsstart des Liro Color ist Mitte November, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft.

Auf den Spuren des Nook Color

Amazon auf Augenhöhe begegnen will der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, und setzt statt E-Ink auf Farbe, Touch-Screen und WiFi. Die Strategie erinnert an Barnes&Noble: in den USA konnte die Buchhandelskette mit dem sieben Zoll-Tablet Nook Color dem Hauptkonkurrenten einiges an Marktanteilen abtrotzen. Schon alleine optisch ist der Liro Color allerdings nicht wirklich auf Augenhöhe mit solchen High-End-Gadgets: die Display-Auflösung ist mit 800×480 Pixeln deutlich niedriger als beim Nook Color (1024×600) – für die Lektüre von E-Comis etwa ist das ein wenig mager. Vermissen werden viele Nutzer auch wohl die Möglichkeit, Videos abzuspielen. Inhaltlich ist das Angebot ebenfalls eingeschränkter als bei B&N oder Amazon – denn mit dem Content von Libreka im Hintergrund stehen ausschließlich E-Books im Angebot. Schon jetzt sind auf dem Kindle-Reader dagegen auch Zeitungen und Magazine abonnierbar, spätestens mit dem Start des Fire- Tablets dürften weitere Angebote zur Verfügung stehen.

Identisch mit dem angekündigten Weltbild-Tablet?

Ähnlich wie Weltbild mit dem Trekstor eBook Player 3.0 versucht der Börsenverein potentielle Käufer vor allem beim Pricing zu überzeugen – mit 99 Euro werden die meisten E-Ink-Reader inklusive der Kindle Keyboard-Modelle deutlich unterboten. Allerdings handelt es sich beim Liro Color eher um die De-Luxe-Version des Weltbild-Readers, der als Abspielgerät für E-Books und Musikfiles einen eher mittelprächtigen Eindruck hinterlässt (siehe unser Testbericht). Aus strategischer Sicht macht das Angebot der Börsenvereins-Tochter MVB natürlich Sinn – bisher fehlte schließlich für Libreka eine eigene Geräte-Plattform. Wie exklusiv der Verkauf des Liro Color über den Buchhandel wirklich läuft, bleibt im übrigen abzuwarten. Denn interessanterweise hat Weltbild pünktlich zur Buchmesse angekündigt, zum Weihnachtsgeschäft ebenfalls ein Tablet zum Preis von 99 Euro auf den Markt zu bringen.

Liro Color (TrekStor TrekPad)


Display

7 Zoll TFT-Touch-Screen, 800×480 Pixel, Farbdarstellung

Akkulaufzeit:

ca. 7 Stunden

Schnittstellen

WLAN, Mikro-USB, SD-Karteneinschub, Kopfhörerbuchse

Interner Speicher

2 GB, erweiterbar auf 32 GB (extern)

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM), text

Multimedia-Formate

MP3, WMA etc. (Audio), JPG, GIF etc. (Bilder)

Text-Funktionen

5 Schriftgrößen sowie Zoom-Funktion

Weitere Features

Audio-Player

Preis

Preis: 99,99 Euro (ab Mitte Nov. 2011)

5 Kommentare »

  • Börsenverein steigt ins E-Reader-Business ein | compactblick schrieb:

    [...] “Liro Color” wird zum Sparpreis von 99 Euro exklusiv über Buchhandlungen vertrieben. http://www.e-book-news.de In category: IT TrendTags:E-Reader , Liro Color , [...]

  • paradoxus schrieb:

    “Amazon auf Augenhöhe” … OMG mit einem lächerlichen Chinakracher, der vermutlich nur Frust und Augenkrebs verursachen wird. Offenbar ist das eine ganz andere Strategie: Die Menschen sollen möglichst vom ebook abgeschreckt werden durch schrottige Hardware, überflüssige Händlerdongels, DRM und lachhaftes Preismodell für ebooks. Wow, ich bin ich geschockt, dass man nicht nur nichts von der Musikindustrie gelernt hat, sondern diese an Dämlichkeit noch überbietet.

  • Latest Alex EReader News | e-Read This schrieb:

    [...] Sonderangebot (Kerstin Gier). Verkaufsstart des Liro Color ist Mitte … Read more on E-Book-News.de About Visit 's Website. View other posts by [...]

  • Andreas schrieb:

    Das ist ein normales LCD-Display, das bringt nix. Farbige Lesegeräte brauchen ein Mirasol Display, ansonsten ist der Lesespass schnell fas und kurzlebig.

  • Fehlstart ins Weihnachtsgeschäft: Liro Color verspätet sich, Rückrufaktion für iRiver HD | Viral Video und Online Spiele schrieb:

    [...] einige Reader-Projekte in Deutschland geplagt. Nun hat es pünktlich zum Weihnachtsgeschäft das Lese-Tablet Liro Color wie auch den „Google Reader“ iRiver Story erwischt. Die Auslieferung des Liro Color verzögert [...]