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London Book Fair: E-Book-Branche setzt auf Smartphones & mobilen Content

20 Apr 2010

London-Book-Fair.gifE-Books sind Top-Thema auf der London Book Fair. Elektronische Bücher haben immerhin in Großbritannien bereits 5 Prozent Marktanteil erreicht. Auf der „Digital Conference“ am Sonntag stand vor allem ein Vertriebsweg im Vordergrund: mobiler Content. Nicht nur, weil in Zeiten von Vulkanasche und Flugverboten physische Anwesenheit auf internationalen Messen schwieriger wird. Ähnlich wie bei Zeitungsverlegern hofft die Buchbranche, das Handy-Nutzern das Geld lockerer in der Tasche sitzt.

E-Books beschleunigen den Wandel der Buchbranche

Viele Stände bleiben in London unbesetzt – die neben der Konkurrenz aus Frankfurt größte europäische Buchmesse ist deutlich ausgedünnt. Doch auch ohne den Ausbruch des isländischen Vulkanausbruch wäre die London Book Fair wohl nicht ganz ausverkauft gewesen. Die Branche befindet sich im Umbruch, das zeigen die zweistelligen Wachstumsraten im Bereich E-Books. Der iPad-Faktor könnte diesen Trend sogar noch beschleunigen: „Die Gewinne verschieben sich vom gedruckten Buch zu einem gemischten, zunehmend digitalen Ökosystem. Wenn jetzt neue E-Reader und Plattformen an den Start gehen, wird das die Sache noch weiter beschleunigen”, so Simon Juden vom Vorstand der britischen Publishers Association. Mit dem International Digital Publishing Forum, Libre Digital oder Sony hatten sich im Londoner Earl’s Court sichbar auch wichtige Player im E-Book-Business angesagt.

Drahtlose Lektüre: Mobiltelefone als Kreativitätstreiber?

Zahlreiche Panels zu Themen wie Zukunft des epub-Formats, Google Book Settlement oder E-Book-Ausleihe in Bibliotheken zeigen, das elektronisches Lesen sich auf der anderen Seite des Ärmelkanals in ähnlichen Bahnen bewegt wie auf dem Kontinent – und auch einen vergleichbaren Stellenwert besitzt. Besonders zur Sache ging es aber bereits am Sonntag auf der Digital Conference. Nicht so sehr klassische E-Reader oder Tablet-PCs standen dort im Vordergrund, sondern Smartphones. „Mobiltelefone sind ein Kreativitätstreiber“, so zitiert Publisher’s Weekly George Lossius von Publishing Technology. Zusätzliche Einnahmen liessen sich Lossius in Zukunft zufolge vor allem durch die „Mobiles“ erzielen. Besonders verlockend ist natürlich die Möglichkeit, digitale Güter direkt an ein Publikum zu bringen, dass es bereits gewöhnt ist, über das Telefon zu bezahlen. „Mobiltelefone bieten die beste One-to-One-Marketingmöglichkeit, die es jemals gegeben hat“, so Maureen Scott von Ether Books. Wieder auf’s Tapet kam zugleich auch die E-Book-Tantiemen für Autoren. Ed Victor – ein Literatur-Agent – fragte: „Wenn es kaum Herstellungs- und Vertriebskosten gibt, warum wehren sich die Verleger dann mit Händen und Füßen gegen lausige 25 Prozent Gewinnbeteiligung?“ Bemerkenswerterweise antwortete Stephanie Duncan daraufhin für Bloomsbury, die Kosten für digitales Publizieren könnten möglicherweise sogar höher liegen als für Print. Was man vielleicht ganz einfach so übersetzten sollte: „Wir werden auch weiterhin versuchen, die Tantiemen so niedrig wie möglich zu halten“.