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Literarisches Glücksrad: Chrome-AddOn „100 Million Books“ gibt zufällig ausgewählte Lektüreempfehlungen

11 Mai 2017 1 Kommentar

100millionsbooks-chrome-addonVon der algorithmischen Empfehlung des digitalen großen Bruders zurück zur glücklichen Zufallsentdeckung – im englischen Sprachraum als „Serendipity“ bekannt – das wäre doch was. In der Buchhandlung ist das kein Problem, jetzt geht das auch im Browser: das Chrome-Addon „100 Million Books“ gibt in jedem neu geöffneten Tab eine Random-Lesempfehlung mit Coverbild und eine kurze Textprobe. Kauflinks sind (bisher jedenfalls) nicht dabei. [Update 18. Mai: Mittlerweile wird verlinkt auf Amazon & Goodreads]

„Du hast jetzt 5 von 100 Mio. Büchern entdeckt“

Meine Ergebnisse in den ersten fünf Tabs waren: Huxleys „Brave New World Revisited“, Lawrence Lessigs „Free Culture“, Machiavellis „The Prince“, der Warhol-Interviewband „I’ll be your mirror“ sowie Tayeb Salih, „Season of Migration to the North“. Keine schlechte Zusammenstellung. Dazu meldet im oberen rechten Eck ein kleiner Zähler: „You’ve now stumbled upon 5 of all 100.000.000 Books ever written.“

Frei von sozialen & sonstigen komplexen Algorithmen

Und zwar rein zufällig. „Es gibt keine Kategorien, keine Social Media-Features, und keine Algorithmen. Von Fiction zu Non-Fiction, Alt zu Neu, Wissenschaft zu Belletristik, etc. zeigt es die gesamte Bücherwelt“, so AddOn-Entwickler Steve Jain. Was natürlich nicht so ganz stimmt, denn in der Datenbank des AddOns sind weitaus weniger als die 100 Millionen Bände der Universalbibliothek aller Zeiten.

Auf gut Glück die Filterblase verlassen

Aber die Zahl reicht doch aus, um per Glücksrad-Prinzip einen kleinen Blick über den Rand der gesellschaftlichen Filterblase hinaus zu werfen. Genau darum geht’s auch: „society polarizes“, beschreibt Jain das generelle – also noch weit über Algorithmen herausgehende – Problem. Sein AddOn soll es ermöglichen, von einer Lektüre-Idee „inspiriert zu werden, von der uns kein Freund (oder Robot) jemals erzählen würde“.

Weitere Vorschläge willkommen

Damit das wirklich klappt, müsste die Lostrommel mit Titelvorschlägen natürlich noch weitaus praller gefüllt sein. Die einzelnen Buch-Schnippsel werden nämlich von Jain selbst händisch zusammengestellt, als eine Art „Public Service“. Deswegen ist die Leseöffentlichkeit auch aufgerufen, weitere Vorschläge einzusenden.

(via The Next Web)

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