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List der Unvernunft, oder: Wie sich die „Big Five“ selbst aus dem E-Book-Markt katapultieren

18 Mrz 2016 0 Kommentare

unit-sales-trend-20160110Haben sich die großen US-Verlage mit übertriebenem E-Book-Pricing im Kindle Shop selbst um Marktanteile gebracht zugunsten der günstigeren Self Publishing-Titel? Sieht ganz so aus. Die Seattle Times brachte kürzlich eine interessante Analyse zum Thema „Agency Modell“, also der 2014 von den „Big Five“ durchgesetzten Möglichkeit, Endkundenpreise im Kindle Store selbst zu bestimmen und dies nicht mehr — wie zuvor — Amazon zu überlassen („Wholesale-Modell“).

Print wiederbelebt, E-Books gekillt

Mittlerweile berichteten große Publisher wie Hachette, so die Seattle Times, nicht nur von schrumpfenden Umsatzanteilen von E-Books, sondern auch über neues Wachstum bei Print: die Kunden kaufen in vielen Fällen angesichts hoher Digital Preise dann doch lieber die gedruckte Version.

Auch der „Gesamtmarkt“ für E-Books schrumpft, dokumentierte zuletzt der Branchenverband „Association of American Publishers“ (AAP) — doch diese Zahlen für 2015 betreffen wohlgemerkt nur klassische Verlagstitel. Amazon — in den USA bei weitem der wichtigste Marktplatz für elektronische Bücher — verzeichnet starkes Umsatzwachstum bei E-Books aus firmeneigenen Imprints wie auch Self-Publishing-Titeln.

E-Book-Markt hat sich um 180 Grad gedreht

Das hohe E-Book-Pricing der „Big Five“ von Hachette bis Simon & Schuster habe letztlich dazu geführt, die Machtverhältnisse auf den Kopf zu stellen, so die Seattle Times unter Berufung auf Hugh Howeys aktuelle Marktanalyse auf dem „Author Earnings“-Blog.

Dort liest man nämlich: „Die Big Five verkaufen jetzt weniger als ein Viertel aller E-Books auf Amazon, während die Indies stramm auf einen Anteil von 45 Prozent zumarschieren.“ („The Big 5 now account for less than a quarter of ebook purchases on Amazon, while indies are closing in on 45%“).

Ein klassischer Fall von „We told you so!“

Was mal wieder zeigt: selbst wenn Amazon auf die Wünsche der traditionellen Verlage eingeht (vgl. Kopierschutz & die Closed-Shop-Problematik), heißt der Gewinner am Ende dann doch wieder Amazon. Weil’s dabei um die üblichen beratungsresistenten Verdächtigen geht, darf man hier wohl getrost auch von der „List der Unvernunft“ sprechen…

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