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Libre Digital kündigt E-Book-Technologie „All Access“ an – neue Konkurrenz für epub?

3 Nov 2009

„All Access“ – so etwas wie „Zugang für alle“ verspricht Libre Digital mit seiner neuen E-Book-Technologie. Der offene Ebook-Standard epub bekommt damit starke Konkurrenz – denn das amerikanische E-Publishing-Unternehmen plant offenbar eine plattformunabhängige E-Book-Lösung, die verschiedenste mobile Lesegeräte vom Kindle bis zum iPhone unterstützt, aber auch das Lesen am Desktop-PC.

„Wer E-Books kauft, möchte sie auf jedem Gerät lesen können“

Die neue „Content Delivery Plattform“ soll es ermöglichen, allen Marktteilnehmern – ob Verlagen, Buchhändlern oder den Autoren selbst – die gewünschte Lektüre als E-Book zugänglich zu machen – ob auf dem Desktop, einem Mobiltelefon oder einem E-Reader. „Wenn Kunden ein E-Book kaufen, dann wollen Sie die Möglichkeit haben, auf dem Geräte ihrer Wahl zu lesen“, so Russell P. Reeder, Vorstandschef von Libre Digital. Bekannt geworden ist das us-amerikanische Unternehmen durch Software-Lösungen wie dem BookBrowse-Widget, das E-Book-Stores von Verlagen wie Simon&Schuster oder Hachette eine virtuelle Buchvorschau zur Verfügung stellt. Zeitungen wie New York Times oder Washington Post nutzen dagegen das von Libre Digital entwickelte iBrowse-Feature, um ihre Printausgabe im Original-Layout online zugänglich zu machen. Auch bei „All Access“ soll die Lesequalität unabhängig vom jeweils gewählten Gerät und der verfügbaren Display-Größe möglichst hoch sein.

All Access zum ausprobieren – mit dabei sind iPhone & Kindle, aber auch der Sony Reader

Ein erster Großversuch mit „All Access“ läuft momentan im Rahmen des Texas Book Festival – Besucher der Festival-Website können Leseproben von Titeln der dort auf dem Programm stehenden Autoren herunterladen. Als Optionen können Sie wählen zwischen: „Send to my iPhone“, „Send to my Kindle“, „Download for Sony Reader“, „Download to Desktop“ sowie „View in Web-Browser“. Ähnliche Pläne wie Libre Digital verfolgt die Konkurrenz: mit Google Editions plant der gleichnamige Suchmaschinenriese ab 2010 den Einstieg ins E-Book-Geschäft – das gab Google-Managerin Amanda Edwards im Oktober auf der Konferenz „Tools of Change“ bekannt. Verlage können künftig ihre E-Books direkt via Google vertreiben. Die bibliographischen Daten sollen über die Google-Suche und auszugsweise in der Google Bücher-Suche auffindbar sein. Von dort ist eine Bestellung möglich – entweder direkt über Google, über die Verlagswebsite oder über ausgewählte Händler. Reagiert auf den neuen Trend „Alles für alle“ hat aber auch Amazon – denn die neue Kindle-Software für Microsoft PCs ist der erste Schritt in Richtung Plattformunabhängigkeit. Das zeigt vor allem schon mal eins: Für die Kunden ist die neue Marschrichtung auf jeden Fall von Vorteil – denn am Ende werden die Content-Lieferanten wirklich jedes Gerät bedienen müssen, wenn sie am Ball bleiben wollen.