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Leuchtendes Vorbild: Kobo Glo schlägt Kindle Paperwhite – aber nur im ComputerBild-Test

20 Dez 2012

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen drei Lichtgestalten: pünktlich zum weihnachtlichen Shopping-Endspurt nahmen Computer-Bild und c’t u.a. die Glimmerlicht-Reader von Amazon, Kobo und Thalia unter die Lupe. Preislich unterscheiden sich Kindle Paperwhite, Kobo Glo und Cybook Frontlight HD mit jeweils 129 Euro nicht – es zählen also die inneren Werte. Aus Sicht von Computer-Bild hat Kobos Glowlight-Version dabei „die dünne Nase vorn“ (Note 2,08).

epub-Universum bietet mehr Wahlfreiheit

Gelobt wurden die „gleichmäßige Ausleuchtung“, das robuste Gehäuse, lange Akkulaufzeit (ohne Glowlight sogar bis zu 168 Stunden) sowie der SD-Kartenslot. Letzterer fehlt nämlich beim Kindle Paperwhite (Note 2,24). Punkten konnte der Kobo Glo gegenüber Amazons Flaggschiff zudem beim Content – schließlich lassen sich dank epub-Standard E-Books von zahlreichen Anbietern nutzen. Kindle-Geräte bieten diese Wahlfreiheit ja leider nicht. Allerdings ist der Kindle-Store selbst prall gefüllt, während Computer-Bild den vorinstallierten Kobo-Store als eher „mager“ bezeichnet. Regelrecht abgewatscht wurde der von Thalia angebotene Cybook Odyssey HD Frontlight (Note 4,33) – das Testgerät wies verschiedene technische Mängel auf, vom Senden unverschlüsselter Passwortdaten (!) bis zu durchbrennenden LEDs. Im Gesamtranking landete es nur auf Platz acht, sogar noch abgehängt von Trekstors Low-Cost-Reader Pyrus, bei Weltbild unter den Namen „reader 4ink“ zu haben.

c’t lobt „natürliche Beleuchtung“ des Kindle Paperwhite

Etwas weniger kontrovers lesen sich die Testergebnisse der c’t-Redaktion – was natürlich auch daran liegt, dass das Magazin grundsätzlich keine Testsieger kürt, sondern in einem Test-Fazit Stärken und Schwächen der untersuchten Gadgets zusammenstellt. Die drei Lichtgestalten von Amazon, Kobo und Thalia liegen dabei gerade beim Vergleich der Glowlight-Funktion eng beieinander. „Auf dem Kobo Glo verteilt die Diffusionsbeschichtung das Licht der unten eingebauten LEDs am gleichmäßigsten“, lobt die c’t zum einen. „Am natürlichsten sieht die Beleuchtung auf dem Kindle Paperwhite aus“, stellen die Tester andererseits fest. Was unter anderem daran liegt, dass man die Helligkeit sehr stark herabregulieren kann, so dass bei Tageslicht tatsächlich ein papierähnlicher Effekt entsteht („als würde man die Buchseiten sanft bleichen“). Die Verteilung des LED-Lichts meistert Amazons Reader dagegen nicht ganz so gut wie der Kobo Glo, aber immer noch deutlich besser als Thalias Cybook Frontlight HD („Ausleuchtung ist miserabel“). Wirklich zum Tragen kommen die Nachteile aber nur beim Lesen unter der Bettdecke – bei normalem Umgebungslicht liest es sich mit allen drei Readern angenehm. Gar nicht so wichtig für den Komfort scheint im übrigen die höhere Pixeldichte bei den HD-Modellen zu sein: „bei normalem Abstand und längerem Lesen fällt der Unterschied kaum auf“, meinen die c’t-Tester.

PS: Wer die vollständigen Testberichte elektronisch lesen möchte: die aktuelle Computerbild gibt’s z.B. im Pageplace-Kiosk für 1,50 Euro, die c’t bekommt man über die iPad-App des Magazins für 2,99 Euro (eine Android-Version gibt’s leider noch nicht).

Abb.: Screenshots