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Leuchtende Beispiele: Stiftung Warentest kürt Kindle Paperwhite & Tolino Shine zum Testsieger

30 Mai 2013

Die Warentester waren mal wieder im E-Leseland unterwegs: diesmal nahmen sie nicht nur 16 klassische E-Reader unter die Lupe, sondern auch 4 Tablets. Besonders angetan zeigten sich die Experten des westberliner Prüfinstituts von der Kombination E-Ink plus Glimmerlicht: sie hievten Amazons Kindle Paperwhite (Note 1,6) ebenso auf’s Siegertreppchen wie den neuen Tolino Shine (Note 1,9) sowie den bewährten Kobo Glo (2,0). Die Bildqualität der getesteten Lesegeräte war mit 40 Prozent Gewichtung tatsächlich auch das zentrale Testkriterium, neben Bereichen wie Handhabung (20 Prozent), Konstruktion (15 Prozent) oder „Bücher Laden“ (10 Prozent). Ganz weit unten landeten in den meisten dieser Bereiche vor allem Low-Cost-Reader von Trekstor & Co.

Lese-Tablets fallen bei Testern durch

Beeindruckt war man dagegen auch von der Akkuleistung aktueller High-End-Geräte: „Bei mitt­lerer Beleuchtung und zwei Stunden Lesedauer pro Tag hielt der Akku des Kindle Paperwhite im Prüf­institut 31 Tage durch“, loben die Tester. Der Sony-Reader PRS-T2 – ohne Glowlight besonders sparsam – machte sogar erst nach 91 Tagen schlapp. Nicht wirklich überzeugt zeigten sich die Warentester dagegen von Lese-Tablets wie dem Kindle Fire, Apples iPad Mini oder Kobo Arc. Die seien zwar funktional vielseitig und auch zur Lektüre im Dunkeln geeignet – doch zugleich nicht nur deutlich schwerer und mit weitaus weniger Akkulaufzeit gesegnet, sondern bei hellem Umgebungslicht nur schlecht zur Lektüre zu benutzen. Viellesern wird deswegen zurecht zu einem klassischen E-Reader geraten.

Warnung vor Amazons goldenem Käfig

Wie schon gewohnt gehen die Warentester bei ihren Bewertungen und Empfehlungen aber etwas merkwürdige Wege. Das Kindle Paperwhite wurde zwar eindeutig zum Testsieger erkoren, Kindle-Nutzer werden aber zugleich ausdrücklich vor dem „goldenen Käfig“ gewarnt: das Kindle öffne „fast ausschließ­lich elektronische Bücher mit dem Amazon-Dateiformat Mobi“, E-Books könne man daher nur bei Amazon selbst kaufen. Was so natürlich nicht stimmt – denn unabhängige Plattformen wie xinxii oder Smashwords bieten auch DRM-freie mobi-Dateien an. Zudem, so Stiftung Warentest, sei mit Kindle-Geräten die Onleihe nicht möglich, die auf epub plus Adobe-DRM basiert. Auch das stimmt nur bedingt: zumindest mit dem Kindle Fire und entsprechenden Zusatz-Apps wie Aldiko oder Bluefire ist das Ausleihen von E-Books problemlos möglich.

Tolino Shine besser als Kobo Glo?

Bemerkenswert ist auch das unterschiedliche Abschneiden von Kobo Glo und Tolino Shine: das Einkaufen im E-Store des Kobo Glo wird nur mit befriedigend bewertet, die Handhabung der aufwändig designten Nutzeroberfläche kommt nur auf die Note 2,5. Der Tolino Shine kommt bei der Handhabung dagegen trotz des zum Testzeitpunkts noch fehlenden Firmware-Updates (mit wichtigen Features wie Markieren oder Anmerkungen erstellen) und Software-Fehlern bei der Helligkeitsregulierung auf die Note 2,2. Auch die Bewertung der Konstruktion mit 1,9 verwundert – schließlich wirkt der Tolino vom Äußeren weitaus weniger wertig, die Slider-Taste wie auch die Abdeckung von USB-Anschluss und SD-Slot scheinen nicht sehr stabil. In der Gesamtbewertung der Warentester hat der Tolino Shine mit der Note 1,9 sogar knapp die Nase vorn – was durch den Preisunterschied (Tolino: 100 Euro – Kobo Glo: 130 Euro) ein besseres Preis-Leistungsverhältnis suggeriert.

Den vollständigen Testbericht findet man im Juni-Heft der Stiftung Warentest. PDf-Download des kompletten Heftes für 4,49 Euro, der Reader-Test ist aber auch direkt online zum Preis von 2,50 Euro zugänglich.

Abb.: Stiftung Warentest