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„Lesezeit-Limit“: PaperC begrenzt kostenlosen Online-Zugriff auf Fachbücher

23 Sep 2010

paperc-e-book-lese-zeit-limitParadigmenwechsel bei PaperC: Bisher konnte man auf der Online-Plattform für Fachbücher unbegrenzt online lesen. Nur wenn man aus den mehr als 3800 verfügbaren E-Books Seiten ausdrucken oder downloaden wollte, wurden pro Seite 10 Cent fällig. Jetzt tickt die Uhr – nach 30 oder 60 Minuten muss man die Lektüre für eine Stunde unterbrechen. Um das „Lesezeit-Limit“ auf einer bestimmten Seite auszuschalten, muss man diese in Zukunft kaufen. Schwacher Trost: dafür lassen sich nun bis zu vier Seiten auch ohne Login lesen.

PaperC will mit dem neuen Konzept mehr Verlage gewinnen

Nach einem Jahr rasantem Wachstum kann sich das Angebot von PaperC durchaus sehen lassen. Schon von Anfang an waren Branchenriesen wie Springer, DeGruyter und Addison Wesley mit im Boot, mittlerweile sind auf der Online-Plattform mehr als 3800 Titel von 26 Verlagen verfügbar. Die Zahl der Nutzer lag im Frühjahr 2010 bereits bei 30.000, jeden Tag kamen etwa 1000 neue Leser dazu. Für zahlende Kunden wurde schon bisher einiges geboten: über die txtr-App etwa kann man seit August heruntergeladene Seiten auch auf iPhone, iPad sowie auf Android Smartphones lesen. Wer sich registriert hatte, konnte bisher allerdings online ohne Limit schmökern – das ist nun vorbei. Man glaube, mit dem „Lesezeit-Limit“ leichter nationale und internationale Verlage für Kooperationen gewinnen zu können, wird die Verknappung des Angebots auf dem PaperC-Blog begründet. Das wiederum würde auch für die Nutzer dann mehr Content bedeuten.

„Vorsichtig sein, um die Nutzer nicht zu verprellen“

Wie lang die Zwangspause dauert, ist von E-Book zu E-Book verschieden. Verlage können das Lesezeitlimit selbst bestimmen, zur Auswahl steht eine Lesedauer von 30 bis 60 Minuten. Um das Limit für alle Seiten eines E-Books aufzuheben, muss man den gesamten Titel erwerben. „Wir wollen verschiedene Limits testen, sind uns aber bewusst, dass wir vorsichtig sein müssen, die Nutzer nicht zu verprellen“, erklärte PaperC-Mitgründer Fröhlich gegenüber Buchreport diese Taktik. Ob mehr Verlage am Ende unter den neuen Konditionen auch wirklich mehr Leser bedeuten, muss man wohl tatsächlich erst einmal abwarten. Besser als bei normalen Buchhandels-Plattformen ist das Angebot von PaperC aber auf jeden Fall – denn egal ob Thriller, Herz-Schmerz-Romanze oder Sachbuch, bei der Konkurenz von Libri, Buch.de & Co. gibt’s schließlich nur kurze Leseproben.