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Lesetipp: “Global E-Book Report – Spring 2014 Update”

8 Apr 2014 1 Kommentar

Wohin entwickelt sich der digitale Buchmarkt? Welche Rolle spielt DRM in Russland? Wie groß ist Amazon in Indien? Wo steht Deutschland E-Book-mäßig in Europa? Solche Fragen beantwortet der von Rüdiger Wischenbart herausgegebene “Global E-Book-Report”, von dem ein Update heute auf der Londoner Buchmesse vorgestellt wird. Es lohnt sich für alle Book People, den Report aufmerksam zu studieren, denn schließlich geht es nicht um Prognosen, sondern um eine Zusammenstellung von aktuellen Daten zum realen Marktgeschehen vor Ort. Nützlich ist nicht zuletzt aber auch die neue Rubrik “Yellow Pages”, in der E-Book-Verlage und Dienstleister der E-Publishing-Branche aufgeführt werden.

BRIC-Staaten inklusive, Afrika fehlt

Mit Ausnahme von Afrika (leider!) sind alle wichtigen Publishing-Regionen mit dabei, neben den USA & Europa vor allem die aufstrebenden “BRIC”-Staaten Brasilien, China, Indien und Russland – ein bedeutender Wachstumsmarkt, hier leben schließlich 40 Prozent der Weltbevölkerung. Doch warum überhaupt ein Global E-Book-Report nach Ländern geordnet, wo das Internet doch gar keine Grenzen kennt? Ganz einfach: Es gibt zwar die globalen Player von Amazon & Apple bis zu Google & Kobo, doch der Buchmarkt unterscheidet sich auch jenseits von Papier und Druckerschwärze regional sehr stark. Nicht nur, was die Marktposition von Amazon betrifft, sondern gerade auch kulturell und (wirtschafts-)politisch. So läuft etwa in den BRIC-Staaten der E-Book-Boom vor allem im Bildungsbereich, während der Publikumsmarkt hinterherhinkt.

USA bleibt E-Book-Schrittmacher

Die Spannbreite in Europa reicht von Take-Off-Märkten wie Großbritannien (E-Book-Anteil 25 Prozent) oder Deutschland (10 Prozent) bis zu lesetechnischen “Entwicklungsländern” à la Frankreich (3 Prozent), wo staatliche Reglementierungen den Digitalmarkt kräftig ausbremsen. Wohin die Reise idealerweise geht, zeigt das Vorbild USA – der Anteil von E-Books beträgt dort im Publikumsmarkt bereits 23 Prozent, der Online-Anteil am Buchmarkt insgesamt erreicht 44 Prozent. Die Bedeutung von E-Books gerade im englischsprachlichen Raum belegt der digitale Umsatzanteil bei den “Big Five”, der bei Harper Collins bereits 39 Prozent erreicht hat. Die Konzentration hat in diesem Bereich stark zugenommen, es bilden sich globale Unternehmen heraus, wie zuletzt etwa durch das Zusammengehen von Pearson & Random House.

Amazon schafft sich eigenen “Sub-Markt”

Was allerdings fehlt, ist der letzte Schritt bei der sogenannten “vertikalen Integration”: “even the largest publishing groups are dwarfed by those internet platforms which control the direct acces to the users – in the form of consumers, and readers”, so der Report. Mithin der “Amazon”-Effekt, der die bisherigen Buchhandels-Imperien zum Einstürzen bringt (z.B. Borders) oder bedroht (z.B. Weltbild) – während die Umsätze im stationären Handel vielerorts rückläufig sind: “By early 2014, Amazon has clearly evolved into forming a separate submarket of global publishing in its own right”, so der Report. Wobei global in diesem Fall vor allem heißt: Großbritannien, Deutschland und Japan.

Self-Publishing, Lese-Communities, Flatrates

Ganz vorn dabei ist Amazon auch beim wachsenden Self-Publishing-Markt, dem der Global E-Book-Report ein eigenes Kapitel widmet. In den USA und Großbritannien soll der Indie-Anteil am E-Book-Markt bereits bei zehn Prozent liegen, für Deutschland gibt’s vergleichbare Zahlen leider noch nicht. Außerdem blickt der Report auf den parallelen Boom von Buchcommunities und Flatrate-Apps: “The idea of combining a community of readers with a subscription service for books opened an entirely new dimension, as the approach combines two aspects of strategic, or even disruptive potential: To organize the complete value chain, or ecosystem, of author, books and reading from the reader’s angle – and (…) to produce massive amounts of data about readers’ usage of the books, and their discussions and exchanges around those activities.”

Ein Kommentar »

  • Globaler eBook-Report | digithek blog schrieb:

    […] herausgegeben von Rüdiger Wischenbart wird heute an der Londoner Buchmesse vorgestellt (via e-book-news.de): “Die Spannbreite in Europa reicht von Take-Off-Märkten wie Großbritannien (E-Book-Anteil […]