„Mich gibt’s auch als E-Book!“: Leipziger Buchmesse richtet sich im digitalen Wohnzimmer ein

leipziger-buchmesse-digital-ebookEs geht voran – die Leipziger Buchmesse 2011 freut sich über steigende Ausstellerzahlen, größere Fläche und ein noch umfangreicheres Literaturprogramm. Deutlich gewachsen ist auch die Bedeutung digitaler Angebote. So glänzt die Messe mit einer eigenen Facebook-Seite, das Internetradio hörbuch.fm sendet Vor-Ort-Lesungen sowie Live-Hörspiele, und die Redakteure von erlesen.TV bannen zahlreiche Events auf Video. Ein eigener Digi-Guide gibt einen Überblick zu Ausstellern und Veranstaltungen zum Thema E-Book & E-Publishing. Informationen zum Begleitprogramm „Leipzig liest“ gibt’s diesmal auch direkt via Handy & Smartphone.

Leipzig erlebt die „Stunde Null des E-Books“

Von der „Stunde Null“ des E-Books sprach der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Anfang der Woche bei der Vorstellung einer neuen Marktstudie. Wie weit der Wandel geht, zeigt etwa Libri.de – auf der Buchmesse präsentiert das Buchhandelsportal nicht nur neue WiFi-& 3G-Lesegeräte von Pocketbook, sondern mit dem Pandigital Novel auch ein Android-Tablet. Deutlich schneller als das Wachstum von Marktanteilen verläuft jedoch der Bewußtseinswandel. Auf der Leipziger Buchmesse künden Veranstaltungen wie „Der stationäre Buchhandel in Zeiten der Digitalisierung“, „Neue Optionen für den deutschen Comic Markt“ oder „Rethinking the book – Konzepte für digitale Bücher auf dem iPad“ von einer Branche im Umbruch. Viele Events drehen sich um Social Media Marketing – Verlage und Buchhandel sind immer stärker daran interessiert, den Kontakt mit ihren Lesern auch via Facebook, Twitter & Co. zu halten.

Bücher schreiben via Facebook & Twitter

Im „Digitalen Wohnzimmer“ in Halle B 407 zeigt sich, dass die Literatur längst im Netz angekommen ist – interessierte Besucher können dort Onlineredakteuren von Literaturportalen wie literaturcafe.de oder leserwelt.de bei ihrer Arbeit live über die Schulter schauen. Doch nicht nur das Berichten über Literatur wandert ins Internet, auch die Literaturproduktion selbst. Die Book-Community BookRix etwa stellt in Leipzig das Konzept einer SocialBook-App vor, die das kollaborative Schreiben via Facebook & Twitter ermöglicht. Von neuen Produktions- und Vertriebstrends zeugen aber auch Unternehmen wie Books on Demand, triboox oder textunes. E-Books selbst kann man natürlich schlecht ausstellen. Viele gedruckte Bücher erklären den Besuchern diesmal allerdings: „Mich gibt es auch als E-Book“. Denn Verlage können ihre Print-Produkte mit einem eigens entworfenen Messe-Aufkleber kennzeichnen. Vermissen wird man die Plakette allerdings auf zwei von drei Preisträgern des in Leipzig verliehenen Literaturpreises – denn lediglich Henning Ritters in der Rubrik Sachbuch/Essayistik prämierte Sammlung von Kurzessays („Notizhefte“) ist als epub-Version lieferbar.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

2 Gedanken zu „„Mich gibt’s auch als E-Book!“: Leipziger Buchmesse richtet sich im digitalen Wohnzimmer ein“

Kommentare sind geschlossen.