LCD plus E-Ink: YotaPhone ab November in Deutschland lieferbar

Mit dem zweiten liest man besser – auf dem Smartphone-Markt boomen Dual-Screen-Konzepte, die auf ergänzende E-Ink-Displays setzen. Ein besonders interessantes Projekt ist das Yotaphone, entwickelt vom russischen Netzbetreiber Yota in Zusammenarbeit mit E-Ink Corp: von vorne sieht es aus wie ein gewöhnliches Smartphone mit 4,3 Zoll-Farb-Touchscreen. Doch auf der Rückseite steht ein zweites Display zur Verfügung – stromsparendes E-Paper. Vladimir Putin soll als erster den Prototypen in der Hand gehabt haben, im Herbst 2013 können nicht nur russische, sondern auch deutsche Endverbraucher das Gadget anfassen. Ab November soll das Yotaphone nämlich für 500 Euro in den Handel kommen. Das hat Golem.de am Rande der IFA von Yota-Chef Vladislav Martynov erfahren.

Größter Pluspunkt im Vergleich zu normalen Android-Smartphones ist neben der komfortablen Lektüre-Option für E-Books & Co. natürlich die verlängerte Akkulaufzeit. Möglichst viele Informationen wie Status-Updates oder News soll der Nutzer auf dem E-Ink-Display ablesen, das sich über ein Sensorfeld am unteren Rand mit Wischgesten steuern lässt. Durch die Verteilung von Informationen & Aktionen auf Vorder- und Rückseite soll das Yotaphone auch das Multitasking erleichtern. Allzuviel Leistung darf man jedoch nicht erwarten: um eine maximale Akkuperformance herauszukitzeln, hat Yota einen eher genügsamen Dual-Core-Prozessor eingebaut.

Ob sich Dual-Screen-Geräte am Mobile-Markt behaupten können – und sei es nur als Zwischenlösung, bis stromsparende Farbdisplays zur Verfügung stehen – bleibt abzuwarten. Im genuinen Reader-Bereich war solchen Display-Zwittern nur ein kurzes Intermezzo gegönnt, bevor sich das Feld in E-Ink-Modelle mit Touchscreen plus Glowlight und günstige „Lese-Tablets“ mit hintergrundbeleuchtetem LCD aufteilte. Weitaus attraktiver scheinen mir im Vergleich zum YotaPhone optionale E-Ink-Accessoires wie das popSLATE-Smartcase für das iPhone oder Pocketbooks CoverReader für das Samsung Galaxy. Mit diesen High-Tech-Schutzhüllen kann man ein bewährtes Marken-Smartphone ganz einfach zum Dual-Screen-Gadget aufrüsten, ohne komplett auf ein anderes Gerät umsteigen zu müssen.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".