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Länger lesen für weniger Geld: Pyrus (alias Liro Ink) im Test

24 Mai 2012 Ansgar Warner 5 Kommentare

„Bis zu 2 Monate Lesespaß pro Akkuladung“ verspricht Trekstors neuestes Reader-Modell namens Pyrus– möglich macht das ein stromsparendes E-Ink-Display. Klingt banal, ist aber für Trekstor ein Novum: Bisher setzte das hessische Unternehmen bei seinen Low-Cost-Lesegeräten auf LCD-Displays. Beibehalten wurde das typische schwarze Kunststoff-Design, genauso die sparsame Ausstattung. Ähnlich wie die eBook Player-Serie bringt der Pyrus lediglich einen USB-Port mit, drahtloses Shoppen von epub-Titeln im E-Store fällt also flach. Genauso die Bedienung per Fingertipp, denn beim Pyrus handelt es sich um einen klassischen „Tasten-Reader“. Beim Lesen selbst geht man jedoch keine Kompromisse ein -- Display-Auflösung (600×800 Pixeln) sowie Kontrast entspricht den meisten anderen 6-Zoll-Readern auf dem Markt. Für 69 Euro bekommt man somit ein robustes Lesegerät, das es mit dem Basismodell von Amazons Kindle durchaus aufnehmen kann.

Screen-Refreshrate lässt sich einstellen

Verkauft wird Trekstors Pyrus über den Elektronikfachhandel, viele Buchhandlungen bieten zudem unter dem Namen „Liro Ink“ ein baugleiches Gerät an, das die Börsenvereinstochter MVB vertreibt. Einziger Unterschied sind die jeweils vorinstallierten Leseproben bzw. die kostenlos zum Download bereistehenden Bonus-Titel. Nicht nur vom Namen her ist Trekstors Pyrus (von griech. Feuer) eine Anspielung auf Amazons Kindle (to kindle, anfeuern). Denn äußerlich gleicht das Gerät dem Aussehen der aktuellen Kindle-Basisversion, von den Umblättertasten neben dem Display über die Richtungs- und Funktionstasten unter dem Display bis zu Einschaltknopf und Mikro-USB-Port an der Unterkante (Im Unterschied zum Kindle kommt allerdings noch ein Einschub für Speicherkarten hinzu). Mit 200 Gramm ist Trekstors Pyrus etwas schwerer als der prominente Branchen-Primus von Amazon. Zum Lieferumfang des Pyrus gehört neben dem Gerät selbst ein USB-Kabel sowie ein Quickstart-Guide.

Trekstor hat dem Pyrus zwei direkt per Steuertaste zugängliche Screens verpasst – das erste bietet eine Übersicht zu den zuletzt gelesenen wie auch den zuletzt hinzgefügten E-Books in der Reader-Bibliothek. Das zweite Screen zeigt eine grafische Menüansicht, die etwa zu den Bilddateien, zum Datei-Explorer wie auch den allgemeinen Einstellungen führt. Wer den Akku des Pyrus besonders schonen möchte, kann hier unter „Anzeige aktualisieren“ die Screen-Refresh-Rate einstellen. Normalerweise wird das E-Ink-Display nach jedem Umblättern komplett gelöscht, je seltener dies geschieht, desto weniger Strom wird verbraucht. Dafür können allerdings störende „Ghosting-Effekte“ entstehen.

Reflow-Funktion für komfortable PDF-Darstellung

Die Leseansicht bietet deutlich weniger Funktionen als beim Kindle-Reader – die notwendigstens Features sind aber dabei. So kann man zwischen sechs verschiedenen Schriftgrößen wählen, den Seitenrand einstellen und Lesezeichen setzen. Wer sich das Umblättern per Taste ersparen möchte, wählt ganz einfach die Option „Automatisches Blättern“. Epub-Dateien werden problemlos dargestellt, mobi-Dateien ebenso. Die PDF-Ansicht lässt sich auf „Reflow“ einstellen, der Text wird dann umgebrochen, somit lassen sich auch Dokumente im DIN A 4-Format auf dem 6-Zoll-Display komfortabel lesen. Eine Suchfunktion, die man mit einer eigenen Taste unterhalb des Displays direkt anwählt, erlaubt die Stichwort-Suche innerhalb von E-Books, aber auch die Titelsuche innerhalb der E-Bibliothek.

Bleibt natürlich die Frage, wo man die elektronische Lektüre zapfen soll. Mangels WiFi-Verbindung sind der USB-Anschluss sowie der Speicherkarten-Slot die einzige Verbindung zur Außenwelt. Am einfachsten ist es, epub- oder PDF-Dateien ohne DRM-Schutz direkt via USB vom PC oder Mac auf den Pyrus zu kopieren. Um DRM-geschützte Titel zu übertragen, installiert man zunächst die mitgelieferte Trekstor E-Reader-Suite auf dem Rechner – die Installationsdatei befindet sich bereits auf dem Pyrus, man muss sie nur auf den Rechner kopieren. Die eReader-Suite dient nicht nur zur Registrierung des Lesegerätes, sondern bringt auch einen integrierten E-Store mit. Grundsätzlich kann man die E-Books natürlich auch in anderen E-Stores shoppen.

Für 69 Euro das perfekte Einsteiger-Gerät

Für 69 Euro bekommt man im Mediamarkt oder der nächsten Buchhandlung mit dem Pyrus das perfekte Einsteigergerät. Kleine Trekstor-typische Macken lassen sich bei diesem Preis leicht verschmerzen, so etwa die schwergängigen und nicht immer auf Anhieb reagierenden Bedientasten. Auch im Vergleich zu Trekstors eBook Player-Modellen mit LCD-Bildschirm – mittlerweile bereits ab 59 Euro zu kaufen – liegt der Pyrus im Bereich Lektüre-Komfort klar vorne. Denn das E-Ink-Display sorgt für augenschonende Lektüre, und dies bei deutlich längerer Akkulaufzeit. Die 4 Gigabyte Speicher reichen zudem für eine umfangreiche, mobile E-Bibliothek. Trekstors Pyrus (und ebenso die Buchhandels-Version Liro Ink) ist somit gerade für Vielleser mit knappem Budget unbedingt zu empfehlen. Kleiner Tipp: Die ansonsten baugleiche Weltbild-Version “ereader 4″ mit 2 Gigabyte Speicher gibt’s bereits ab 59 Euro.

Trekstor Pyrus (baugleich mit: Liro Ink)


Display

6 Zoll E-Ink Display,
600x800 Pixel (16 Graustufen)

Gewicht

200 Gramm

Schnittstellen

USB, SD-Kartenslot

Speicher

4 GB intern, max. 32 GB extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF, mobi, txt etc.

Zus. Features

E-Reader-Suite (Mac/PC)

Preis

69 Euro (Redcoon)

5 Kommentare »

  • Sven schrieb:

    Meines Wissens hat der TrekStor Pyrus kein E-Ink-Display. Es ist wohl ein Digital Ink Display eines anderen Herstellers. Interessant wäre hier ein Vergleich von Kontrast, Ghosting, Seitenladedauer etc. mit dem aktuellen E-Ink-Pearl-Display (Kindle, Kobo, Sony etc.) gewesen.

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Naja, auch wenn es nicht von einem Unternehmen namens E-Ink Corp. produziert wurde, ist es natürlich trotzdem E-Ink-Technologie (ich würde übrigens auf den Hersteller SiPix tippen). Warum Trekstor das jetzt Digital Ink genannt hat, weiß wohl nur die PR-Abteilung ;-)

  • Dieter Dausien schrieb:

    Der Begriff Digital Ink hat mit PR nichts zu tun. E-Ink ist sowas wie Tesa-Film: Jeder kennt’s, ist aber ein Markenname. Und da es nunmal nicht die Original E-Ink ist, musste ein anderer Name her.

    By the way: Mir fehlt hier der Ausdruck-Button, oder finde ich ihn nicht?

  • Michail Legov schrieb:

    anstatt sich auf gewinnspiele zu konzentrieren, sollte der trekstor-support mal den hintern hochbekommen und diese energie in das versprochene firmwareupdate für den pyrus reinstecken, dass nunmehr seit wochen veröffentlicht werden soll! im “e-reader-forum” wurde es zuletzt am 31.05. von einem trekstor-mitarbeiter gross und breit angekündigt. mittlerweile hört man auch dort nix mehr.

    wirft irgendwie kein gutes licht auf den trekstor-support…massive abzüge in der b-note!