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„Kundenorientiert, aber nicht händlerorientiert“: ARD-Doku durchleuchtet das System Amazon

30 Nov 2017 1 Kommentar

ARD-Doku-System-AmazonEigentlich ist alles ganz einfach: „Letztlich bestimmt unser Kaufverhalten die Zukunft des Handels“, fasst es die ARD-Doku „Das System Amazon“ (Buch & Regie: Andreas Bernardi/Jörg Hommer) richtig zusammen. Doch weil fast alle nur noch beim Markttführer Amazon einkaufen, ist es eben nicht ganz so einfach, etwas zu ändern. Bzw. weil viele fast nur noch über Amazon einkaufen. Denn 50 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen in Deutschland mit Angeboten, die von Dritthändlern stammen, kleinen, mittleren, großen, 64.000 sollen es mittlerweile sein. Einige von ihnen kommen in der Doku zu Wort — erfolgreiche wie gescheiterte Händler.

Partner oder Konkurrent?

O-Ton: „Wer als Händler hier anbietet, kann vieles gewinnen, aber auch alles verlieren.“ Der in der Sendung immer wieder zu hörende Vorwurf: der Konzern sei zwar kundenorientiert, doch überhaupt nicht händlerorientiert. Manchen Dritthändlern hat Amazon direkt den Saft abgedreht — weil diese sich weigerten, ihre Lieferantenverträge und damit die Handelsspannen offenzulegen, lautet der Vorwurf. Amazon, so die These, funktioniere auf diese Weise vor allem als eine Art Ökosystem zur Informationsbeschaffung über komplette Branchen, zum Beispiel im Bereich Lebensmittel. Dort, wo es sich lohnt, bietet Amazon dann am Ende die Waren selbst an, und schaltet die Konkurrenten bzw. Zwischenhändler aus.

Auf der Suche nach Alternativen

Die Doppelstruktur als Marktplatz à la Ebay und Online-Händler mit Produkten von Dritten sowie Eigenmarken, so die Macher der ARD-Doku, sei vielen Kunden im Alltag gar nicht bewusst. Amazon ist einfach und bequem, gerade deswegen ist es schwer, alternative Online-Präsenzen oder komplette Marktplätze aufzubauen – auch von solchen Versuchen berichtet die Doku, und zwar am Beispiel von Shopware sowie der Plattform Atalanda.

Aber auch kritische Kunden auf der Suche nach Alternativen können natürlich nicht schaden. „Wer bei Amazon einkauft, sollte sich den Film anschauen“, heißt es auf dem WDR-Blog. Das stimmt.

(via Digitalistan/WDR-Blog)

Ein Kommentar »

  • Ron schrieb:

    Amazon ist halt eben kundenorientiert. Für mich als Kunde heißt das, ich tausche defekte Geräte ohne Rumgestresse um und bekomme mein Geld oft schon, sobald das Paket nur bei DHL registriert wurde. Während man bei Dritthändlern oft genug Scherereien hat. Und wenn die nicht vernünftig arbeiten, dann gibt’s halt auf’s Dach von Amazon. Weiß man vorher.

    Stichwort Lebensmittel

    Ich habe auch erst bei REWE meine Lebensmittel bestellt – jede zweite Lieferung machte Probleme – fehlende Produkte, Produkte durch 5x teurere ausgetauscht, nur halbe Packungen, Lieferung kommt nachts um 1, statt wie vereinbart bis 22 Uhr usw.

    Auf Amazon fresh gewechselt – noch nicht eine einzige Beanstandung, null. Ich bekomme 20 und 5min vor Ankunft des Lieferwagens SMS – Ware ist immer top.

    Sollen die anderen es erst mal besser machen, bevor sie sich beschweren.

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