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Krautpublishing via Kickstarter: Comics besonders erfolgreich

27 Mai 2014 0 Kommentare

Wer in den USA Krautfunding denkt, denkt Kickstarter. Und das zurecht: die Plattform sammelte bis zu ihrem fünften Geburstag im April 2014 mehr als 1 Milliarde Dollar ein, die Hälfte davon allein im vergangenen Jahr. Bei solchen Rekordzahlen geht aber eine Nachricht schnell unter: Kickstarter ist nicht nur eine Plattform für die Vermarktung von coolen High-Tech-Gadgets oder Prêt-à-Porter-Design, sondern hat sich zugleich zur weltweit größten Krautpublishing-Adresse gemausert. Insgesamt wurden über Kickstarter seit dem Plattform-Launch schon mehr als 20.000 Publikations-Projekte realisiert, Gesamtsumme: knapp 70 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Auf der Deutschlands größter Crowdfunding-Plattform Startnext erzielten Krautpublishing-Kampagnen seit 2010 knapp 500.000 Euro.

Fantagraphics goes Krautpublishing

Wer beim Kickstarter-Erfolg nur an Buchstaben denkt, liegt aber nicht ganz richtig: denn 25 Millionen Dollar trugen dabei die Unterstützer von 4.000 Comic-Projekten zusammen – die bei Kickstarter als eigene Kategorie erscheinen (Vergleichszahl bei Startnext: 27.000 Euro für Comic-Kampagnen). Die bunten Bildergeschichten erzielen pro Kampagne nicht nur deutlich mehr Geld, die Erfolgsquote ist mit knapp 50 Prozent auch deutlich höher als bei anderen Krautpublishing-Kategorien (32 Prozent). Noch bessere Erfolgsquoten erreichen nur die Bereiche Musik, Tanz und Theater. Für den kriselnden Indie-Verlag Fantagraphics bedeutete Pre-Order via Kickstarter kürzlich sogar die letzte Rettung: die auf Underground-Art spezialisierten Comicmacher aus Seattle akquirierten satte 220.000 Dollar und finanzierten auf diesem Wege vorab das gesamtes Frühjahrsprogramm 2014 mit 39 Titeln.

Comic-Crowd besonders zuverlässig

Offenbar sind die gerade Fans von alternativen Comics für Erwachsene in den USA eine sehr eingeschworene Crowd, die ihrem Lieblings-Verlag zuverlässig die Stange halten. Und das im Fall von Fantagraphics auch nicht zum ersten Mal. Vor knapp zehn Jahren war der Publisher schon mal haarscharf an der Pleite vorbeigeschrammt. Erst nach einem via Internet verbreiteten Hilferuf konnte genügend Geld gesammelt werden, um den Verlag zu retten – bereits eine frühe Form von Crowdfunding avant la lettre.

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