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Können Zombies eigentlich E-Reader mit kapazitivem Touchscreen nutzen?

11 Apr 2013

In unregelmäßigen Abständen widmet sich E-Book-News praktischen Alltagsfragen, etwa: darf man mit dem E-Reader in die Badewanne steigen? (Antwort: Ja, aber am besten mit wasserdichter Schutzhülle). Sind E-Books umweltfreundlich? (Antwort: Im Prinzip schon). Oder: Schützt das Kindle vor Pistolenkugeln? (Antwort: Nein! Nur großkalibrige Hardcover-Bände) Heute geht’s um etwas, nun ja, sehr spezielles: Können Zombies eigentlich E-Reader mit kapazitiven Touchscreens nutzen?

Elektrostatik trifft E-Reading Dead

Solche Displays sind bekanntlich nicht nur in iPad und iPhone, sondern auch etwa im Kindle Paperwhite verbaut. Sie messen die Eingabe über die Veränderung des elektrischen Feldes, die durch eine Berührug mit dem Finger entsteht. Schon bei trockener Haut kann es da Probleme geben, erst recht, wenn man Handschuhe trägt. Doch welche physiologischen Voraussetzungen bringen die E-Reading Dead mit? Ein Blick in die einschlägige medizinische Fachliteratur zeigt schnell, dass sich nach dem Ableben die elektrostatischen Eigenschaften stark verändern – der Körperwiderstand vergrößert sich, nur bei sehr hoher Spannung kann noch Strom fließen. Das gilt übrigens auch für Nichtleser.

Ausgerechnet für das Kindle gilt: Dead on Arrival

Schlechte Karten für bibliophile Wiedergänger: selbst wenn sie (Stichwort „Bury Your Own Device“) mit dem Kindle Paperwhite in der Hand aus dem Grab steigen, nützt ihnen das wenig. Denn das Touchscreen reagiert auf die Eingaben mit dem Finger nur sehr unzuverlässig oder gar nicht. Der schnelle Blick in den „Zombie Apocalypse Survival Guide“ fällt also erstmal aus. Dumm gelaufen! Ausgerechnet für das Premium-Gerät des Branchenführers Amazon gilt in Sachen Untote: Dead on Arrival. Man kann sich natürlich, so wie es etwa behandschuhte Südkoreaner im Winter machen, mit frischen Würstchen behelfen. Deren elektrostatische Eigenschaften (obwohl sie ja – ironischerweise – tot sind) ähneln einem quicklebendigen Finger.

Tolino & Kobo Glo sind zombietauglich

Zugegeben, besonders stylisch ist das Workaround mit dem wurstigen Stylus nicht mal zu Lebzeiten. Deswegen unser Rat: rechtzeitig vor dem Revival auf einen Reader mit Infrarot-Abtastung zurückgreifen. Barrierefrei bedienbar sind für lesehungrige Zombies etwa aktuelle Geräte wie Tolino Shine oder Kobo Glo. Vorbildlich! Bei der Deutschen Telekom und auch beim kanadischen Amazon-Konkurrenten scheint man technisch auf den Tag des jüngsten Gerichts gut vorbereitet zu sein. Vielleicht sollten wir noch hinzufügen: Diese Reader-Empfehlung gilt nur für Zombies, nicht für Vampire. Denn die haben wiederum mit Lichtwellen das eine oder andere Problem…

Abb.: flickr/Steve Rhodes (cc)