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Können Zeitungen doch von Online-Anzeigen leben?

14 Apr 2009

newsvonlinearrev05-08Sinkende Anzeigenerlöse haben schon lange vor der Wirtschaftskrise viele Zeitungsverlage in Schwierigkeiten gebracht. Was im Print-Bereich wegfiel, konnte im Online-Bereich nicht wieder wettgemacht werden. Zumal nur die wenigsten Blätter Abonnenten gewinnen konnten, die für das Lesen am Bildschirm bezahlen wollen. Der Silicon Alley Insider wagte jetzt jedoch die Prognose, durch den wachsenden Online-Markt könnte sich die Schere wieder schließen. Und zwar schon bald: Bei der derzeitigen Entwicklung — 35 Milliarden Dollar Print-Einnahmen, 20 Milliarden Dollar Online — sei das „in zwei bis drei Jahren“ denkbar. Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen, denn verglichen werden die Einnahmen aus Zeitungsanzeigen mit sämtlichen Online-Anzeigeerlösen.

Die meisten Online-Einnahmen werden aber leider nicht von Zeitungen erzielt…

Die Frage ist natürlich: wo werden die meisten Online-Einnahmen erzielt? Im Zeitungsbereich spielt sich hier ähnliches ab wie beim Web-TV (vgl. etwa Hulu): von Werbeinnahmen alleine leben können nur die ganz großen Player. Im Hinblick auf den deutschen Markt schrieb etwa die taz am Wochenende:

„So gilt das Geschäft mit Anzeigen zwar als erfolgreich für die Marktführer im Netz – Spiegel Online etwa schreibt inzwischen schwarze Zahlen. Gleichzeitig nagen aber neue Mitbewerber am Werbekuchen, weil ihre Angebote nun auch um die Aufmerksamkeit … der Nutzer buhlen. Social-Networking-Plattformen wie Facebook und StudiVZ etwa erreichen viel höhere Klickzahlen als die meisten journalistischen Sites, weil ihre Nutzer dort klickintensiv ihre Kontakte pflegen, sich untereinander Mitteilungen schicken oder eigene Inhalte veröffentlichen.“

Dasselbe gilt paradoxerweise gerade auch für Social-News-Communities wie etwa Webnews.de, auf denen Nutzer Nachrichten von Portalen aller Art — inklusive Presse — einstellen und bewerten können. Werden die Nachrichten oder deren Exzerpte nur hier gelesen, gehen die Online-Zeitungen auch wieder leer aus. Wie kann man das verhindern? In diesem Fall z.B. durch einen Link auf den oben zitierten taz-Artikel selbst, der nämlich wirklich lesenswert ist…