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Kleiner, leichter, schöner: Kobo Touch-Tester geben gute Noten

28 Jul 2011

Kobos neue Reader Touch Edition überzeugt die Kritiker: das neue WiFi-fähige Lesegerät aus Kanada ist nicht nur besser als die Vorgängermodelle, es kann auch mit Kindle & Nook mithalten. Schmaler und leichter ist es ohnehin, vom Preis her unterbietet es sogar noch Amazon um 10 Dollar. Auf Audio-Funktionen muss man allerdings vollkommen verzichten, dafür kann Kobos Touch-Reader mit Social Reading Funktionen glänzen. Wahlweise gibt’s übrigens auch eine deutschsprachige Benutzerführung – der offizielle Deutschland-Start des Kobo Touch ist im August zum Einführungspreis von 149 Euro.

Minimalistisches Design

Weniger ist mehr: der neue Touch-Reader von Kobo kommt im minimalistischen Gewand daher, außer Home-Button und Power-Knopf werden alle Funktionen mit dem Finger auf dem Display gesteuert. „With the Kobo eReader Touch Edition, it is clear that the future of the eReader doesn’t lie in physical buttons. Instead, E-Ink-based devices are following the tablet’s lead to the golden shores of the touch screen“, so etwa Ricardo Bilton von zdnet. Die neue Einfachheit überzeugt auch Stewart Wolpin von dvice.com: „By comparison, Kindle 3 looks like a huge scientific calculator.“ Durch die nochmals verkleinerten Außenmaße sieht Andrew Liszewski von ohgizmo.com das Kobo Touch sogar auf dem Weg zum Smartphone: „In fact it’s getting down to the size of the iPhone 4 as you can see here, making it relatively pocket-friendly“. Für Melissa J. Perenson von PC World bedeutet schlankes Design auch bessere Ergonomie: „It’s the easiest e-reader to hold in one hand“.

Firware-Update löst Performance-Probleme

Das Touch-Screen profitiert vom schnelleren Prozessor, und nutzt technisch dieselbe Methode wie die Konkurrenz: „Kobo’s new e-reader huses the same Neonode infrared technology that’s found in Sony’s touch-screen e-readers and the new Nook Touch“, berichtet David Carnoy von cnet. Von der Performance ist Carnoy aber nicht vollkommen überzeugt: „The Kobo’s user interface isn’t as slick as that of the Nook Touch, and its performance and overall smoothness could be improved.“ Gerade was die Geschwindigkeit des Pagerefresh betrifft, beklagt auch Melissa Perensen von PC World: „I had the sense that the page turns are neither as fast or as flicker-free as on the Nook“. Manche Performance-Probleme hat aber offenbar bereits ein Firmware-Update gelöst, das Kobo kurz nach dem Launch nachgeliefert hat, so Stewart Wolpin von dvice.com: „A recent much-needed software update vastly improves Kobo’s touch sensitivity“. Kritisiert wurde von einigen Testern auch das langsame „Aufwachen“ des Kobo Touch aus dem Ruhezustand.

Ghosting-Effekte auf dem Display?

Technisch ist das Display dank Pearl-E-Ink auf dem Stand von Sony Readern, Nook und Kindle. Ein spezielles Kobo-Feature hat aber zu Verstimmungen geführt: um schnellere Seitenwechsel zu ermöglichen, wird in der Grundeinstellung der komplette Pagerefresh nur bei jedem sechstem Umblättern ausgelöst. „On one hand it reduces the number of times the display has to flash to black and back for a complete refresh, extending the battery life. But on the other hand the image and text quality slightly degrades each time“, so Andrew Liszewski von ohgizmo. Das führt dann manchmal zu dem etwa von der PCWorld-Testerin beklagten „Ghosting“-Effekten – im Hintergrund sind noch Spuren der vorherigen Seiten zu sehen. Mit einer veränderten Einstellung, also eherem Pagerefresh, lässt sich das Problem dann allerdings lösen.

Pflichtprogramm: Kobo Desktop-Manager

Statt Tastenfeld wie beim Kindle gibt’s beim Kobo Touch ein virtuelles Keyboard. Die Eingabegeschwindigkeit scheint zufriedenstellend zu sein, Melissa J. Perenson ärgerte sich allerdings über den zu geringen Abstand der Tasten: „The keys are small, with no spacing in between. By contrast, the Nook’s virtual keyboard has island keys that make typing simple.“ Die Textfunktionen beinhalten das Markieren von Sätzen und Nachschlagen von einzelnen Worten im integrierten Merriam-Webster Dictionary. Was von einigen Testern jedoch kritisiert wurde: die Nachschlage-Funktion kann man nur nutzen, wenn die E-Books direkt im Kobo-Store gekauft wurden. Vermisst wird von den Testern zudem eine Anmerkungs-Funktion. Bevor man das WiFi-fähige Gerät überhaupt normal nutzen kann, muss übrigens auf dem PC oder Mac der Kobo Desktop Manager installiert werden: „There is simply NO way to get around registering your Kobo by yourself on the device“, beschwert sich deswegen Michael Kozlowski von Goodereader.

Kobo kann Kindle und Nook Paroli bieten

Wie Kindle und Nook kommt auch Kobos Reader mit integriertem Webbrowser, den man etwa zum E-Book-Shoppen bei Drittanbietern nutzen kann. Das Feature hat jedoch nicht allen Testern gefallen – in den Augen von Melissa J. Perenson etwa ist der Browser noch „very-much-in-beta“. Sehr viel Lob erntet dagegen bei den meisten von ihnen der PDF-Viewer. „Actually better on this Kobo than on the new Nook (you can zoom in and out, which you can’t on the Nook“, so etwa David Carnoy von cnet. Insgesamt überwiegen bei allen Testberichten die positiven Eigenschaften – der neue Kobo-Touch mag zwar keine Audio-Funktionen haben, kann aber in punkto Nutzerfreundlichkeit, Performance wie auch Content der Konkurrenz von Amazon, B&N oder Sony durchaus Paroli bieten. Besonders hervorgehoben wurde von vielen Testern neben dem niedrigen Preis (130 Dollar) auch die Internationalität: es gibt nicht nur eine mehrsprachige Benutzerführung, auch das drahtlose Einkaufen E-Store funktioniert unabhängig vom jeweiligen Standort.

(Gesamtbewertungen: Goodreader.com 8/10, PC World 3.5/5, cnet 3,5/5)