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K(l)eine Überraschung: Smartphone weltweit meist genutztes E-Lesegerät

2 Apr 2013

Ehrenrettung für ein oft unterschätztes Lesegerät: Smartphones, nicht Tablets sind das weltweit am meisten genutzte Mobilgerät, wenn’s um die Lektüre von E-Books geht. Tatsächlich werden zwischen Feuerland und Spitzbergen die E-Books sogar zu 90 Prozent auf dem Touch-Screens von smarten Mobiltelefonen konsumiert – das belegen aktuelle Statistiken von Flurry Analytics, die sich auf Nutzerdaten von einer Milliarde Geräten stützen. Anders als man zunächst vermuten würde, haben also Gadgets mit einer Bildschirmdiagonale bis knapp unter sieben Zoll die Nase vorn, während „klassische“ Lesetablets wie das Kindle Fire (7 bis 8,4 Zoll) nur auf fünf Prozent Anteil kommen, und größere Tablets (ab 8.5 Zoll) ebenfalls auf fünf Prozent. Insgesamt liegt das Verhältnis Smartphone vs. Tablet beim elektronischen Lesen somit bei neun zu eins.

Die große Stärke der Tablets liegt bei Games

Besonders stark sind Tablets dagegen im Bereich Games, zu knapp dreißig Prozent wird auf Touchscreens ab sieben Zoll gezockt. Bei Videos sieht’s dagegen noch magerer aus als im Bereich E-Books – Tablets schaffen hier nur acht Prozent Anteil. Wahrscheinlich auch ein Hinweis darauf, wie wenig mobil das Mobilgerät namens Tablets im Alltag wirklich genutzt wird. Über alle Kategorien hinweg findet weltweit zur Zeit 18 Prozent der Mobilgerätenutzung im Bereich ab sieben Zoll statt – bei E-Books und Video sind Tablets somit deutlich unterrepräsentiert. Nicht mit eingerechnet sind bei den Zahlen von Flurry klassische E-Ink-Lesegeräte von Amazon, Kobo oder Sony. Allerdings fällt diese Geräteklasse global betrachtet kaum ins Gewicht: so wurden in den Jahren 2011/2012 weltweit etwa 40 Millionen E-Reader ausgeliefert, jedoch mehr als 1 Milliarde Smartphones und 200 Millionen Tablets (Zahlen laut IHS Suppli/IDC).

Bedeutung des App-Ökosystems wächst

Umso wichtiger wird es für Verlage und andere Content-Anbieter, das gesamte „Öko-System“ mobiler Geräte im Auge zu behalten, gerade wenn es um die Erschließung neuer Märkte in Schwellenländern geht. Doch selbst in den USA (wo bereits jeder fünfte einen E-Reader besitzt) oder Europa dürfte die Bedeutung von cloud basierten E-Reading-Apps für Smartphones weiter zunehmen – und sei es nur als niedrigschwelliger Einstieg in das elektronische Lesen, der dann vielleicht zum Anschaffen eines E-Readers motiviert. Mittelfristig stehen die Chancen für E-Ink dabei wohl eher schlecht: Gerade jüngere Leser bevorzugen in den USA auch jetzt schon Tablets und Smartphones.

(via activitypress.com)

Abb.: flickr/Lawrence Sinclair (cc), Infografik: Flurry (c)