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KindleBerry Pi: Neuer Hack macht E-Ink-Display zum PC-Monitor

14 Sep 2012 Ansgar Warner 0 Kommentare

Wenn man mit einer Bluetooth-Tastatur das iPad oder ein Android-Tablet zum echten Laptop machen kann, warum eigentlich nicht auch einen E-Reader? Immerhin bekommt man dann einen flimmerfreien, garantiert augenfreundlichen Monitor. Genau das dachte sich offenbar der britische Elektronik-Bastler Geoffrey Tremblay, der mit minimaler Ausrüstung auf eine Europa-Rundreise gehen wollte. Mit dabei waren ein Kindle 3 („Tasten-Kindle“), eine Digi-Cam, ein Android-Smartphone sowie der nur kreditkartengroße Mini-Experimentier-Computer Raspberry Pi.

„Der Plan bestand darin, das Kindle als Screen zu benutzen, dazwischen die Rechenpower des Raspberry Pi, und am anderen Ende eine externe Tastatur, um komfortabel arbeiten zu können. Da man kein Keyboard direkt an den E-Reader anschließen kann, musste ich den Raspberry Pi als ‘Hub’ nutzen. Die Bastelei startete, und am Ende wurde daraus das KindleBerryPi“, schreibt Tremblay auf seinem Blog. Wer will, kann also mit der kostenlos erhältlichen Bastelanleitung jetzt E-Books auf dem E-Book-Reader schreiben…

Alles, was man an zusätzlicher Hardware braucht, sind zwei Mikro-USB-zu-USB-Kabel, um den Mini-PC mit dem Kindle wie auch einem USB-Netzteil zu verbinden. Damit das Kindle überhaupt mitspielt, muss man einen sogenannten „Jailbreak“ durchführen, nach dem sich das unter der normalen Oberfläche laufende Linux-System direkt nutzen lässt. Das Kindle wird dann mit dem Raspberry Pi via USB vernetzt, und mit Hilfe einer speziellen Screencast-Funktion wird das E-Ink-Display am Ende zum Bildschirm für den Minicomputer, auf dem ebenfalls Linux läuft.

Das gesamte Verfahren ist immer noch etwas experimentell, und nicht ganz ohne Risiko: wenn etwas schiefläuft, kann das Kindle am Ende zu wertlosem Plastikschrott werden, warnt Tremblay. Als Konzeptstudie jedoch zeigt „KindleBerry Pi“, was in Zukunft alles möglich sein könnte. Als noch besserer Kandidat für ein improvisiertes E-Ink-Laptop könnte sich übrigens der Nook Touch von Barnes&Noble eignen – bereits Anfang 2012 schaffte es ein US-Hacker, mit Hilfe eines Software-Hacks den Reader direkt mit einem USB-Keyboard zu verbinden.

Abb.: Geoffrey Tremblay, ponnuki.net

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