Home » E-Book-Reader

Kindle-TV: Fernsehen auf dem E-Ink-Display geht doch…

18 Jul 2011 2 Kommentare

Eine Fernseh-App für Amazons Kindle? Grundsätzlich machbar, dachte der britische Elektronik-Bastler Mark Longstaff-Tyrrell – und probierte es aus. Bewegtbilder funktionieren natürlich auf einem E-Ink-Display nicht, denn dafür dauert ein Page-Refresh viel zu lange. Deswegen fand er einen Weg, aus dem digitalen TV-Stream nicht nur aussagekräftige Einzelbilder, sondern auch Untertitel auszulesen und sinnvoll wieder zusammenzufügen. (Technische Details siehe frisnit.com) Das Ergebnis erinnert an eine futuristische Fotoroman-Serie. Und angesichts der medialen Chuzpe auch ein bisschen an ein altes Projekt, Star Wars-Filme aus dem Kinoformat in eine Bildergeschichte aus ASCII-Grafiken zu adaptieren.

Content-Filter: Nur die wichtigsten Szenen

Doch immerhin: Kindle-TV funktioniert. Zu einem PDF-Dokument verpackt, lassen sich die eingefrorenen Fernseh-Splitter in Ruhe auf dem Display von Geräten betrachten, die nicht Video-geeignet sind. Beispielsweise eben auf Amazons Lesegerät. Da idealerweise nur die für die Handlung wichtigsten Einstellungen herausgefiltert werden, ist die Anzahl der einzelnen Bilder relativ überschaubar. Streng genommen ist es immer noch Digital Video Broadcasting (DVB), es kommen nur nicht alle Bilder beim Zuschauer an, nun ja, eigentlich nur ein winziger Bruchteil. Aus 30 Minuten Sendezeit werden ganze 20 Megabyte.

Nerd sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun

Doch wer will, kann sich auf diese Weise nun ein Digest seiner Lieblingsserien zusammenstellen, und zeitsparend statt dem Original die Zusammenfassung „lesen“, z.B. in der U-Bahn oder während einem langweiligen Seminar. Vielleicht ein Weg, um der Reizüberflutung endlich Herr zu werden? Ich bin da eher skeptisch. Die mediale Konvergenz schreitet voran. Ob man angesichts des Siegeszugs der Multimedia-Tablets noch öfter von diesem experimentellen Kindle-TV hören wird, scheint mir fraglich. Aber Nerd sein heißt eben auch, ein Sache um ihrer selbst willen tun. Und dass Kindle-TV grundsätzlich funktioniert, wäre also einstweilen mal bewiesen.

(via slashgear)

2 Kommentare »