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Kindle Touch: Puzzazz-App ermöglicht Handschriften-Erkennung

Dank Touch-Screen ist Amazons Kindle Touch so komfortabel wie ein Tablet. Die speziell für das Lesegerät entwickelten Sudoku-E-Book-Apps von Puzzazz setzen nun noch eins oben drauf: sie ermöglichen dank Handschriften-Erkennung die direkte Interaktion. Mit dem Finger kann man in die jeweiligen Felder eine virtuelle Ziffer malen, die Software im Hintergrund wertet die Bewegungen aus und setzt die betreffende Zahl ein. In der „Touch Write“ genannten Technik sieht das auf Rätsel & Puzzle spezialisierte Startup Puzzazz auch insgesamt die Zukunft des E-Books. Momentan beschränkt sich die Technologie allerdings noch auf wenige Titel im US-Kindle Store wie etwa „Sudoku Unbound“ (im deutschen Kindle Store ist Puzzazz leider noch nicht vertreten). Angeboten werden zudem Buchstabenrätsel wie „Wordoku unbound“. Neben dem Bedienungskomfort bekommt Puzzazz auch viel Lob für die Qualität der Rätsel selbst – sie werden nämlich nicht automatisch genereriert, sondern per Hand gebaut. Puzzle-Kreationen von Puzzazz-Gründer Roy Leban haben es nicht umsonst bis in die New York Times geschafft.

Grundsätzlich macht „TouchWrite“ natürlich auch für andere Anwendungsarten Sinn. Bisher musste man Apps zur Handschriften-Erkennung schließlich mühsam trainieren, um damit akzeptable Ergebnisse zu erreichen. Puzzazz zufolge ist das nun nicht mehr nötig, die Software soll ein breites Spektrum an Handschriften verarbeiten können und erspart somit dem Anwender jegliche Vorbereitung. Das dürfte natürlich auch andere Firmen interessieren, allen voran Amazon selbst. Denn der Nutzwert von Kindle Touch wie auch dem Fire-Tablet lässt sich durch interaktive Apps noch weiter verbessern. Nachdem Apple gerade mit iBooks 2 neue Maßstäbe für multimediale E-Books gesetzt hat, ist Amazon auf diesem Sektor ohnehin unter Zugzwang. Falls also Jeff Bezos demnächst wieder auf Einkaufstour geht, könnte wohl Puzzazz auf der Einkaufsliste stehen. Überhaupt dürfte nun auch das schon öfter totgesagte E-Ink noch einmal neuen Rückenwind bekommen – denn kurze Reaktionszeiten des Displays und damit verbunden erweiterte Touch-Funktionalität sind für viele Nutzer längst unverzichtbar geworden.

Abb.: (c) Puzzazz 2012

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".