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Das große Glimmern: Kindle Paperwhite startet in Deutschland

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse zieht Amazon alle Register – nach dem Kindle Fire geht nun auch das Kindle Paperwhite in Deutschland an den Start. Der erste Kindle-Reader mit Glowlight-Funktion und XGA-Auflösung kommt für 129 Euro in den Handel. Erstmals bietet das Kindle dank der besseren Display-Qualität nun auch individuelle Fonts wie Baskerville oder Palatino. Zu den weiteren Features gehört die „Time to Read“-Funktion. Ein smarter Algorithmus schätzt, wie lange man noch bis zum Ende eines Kapitels oder des gesamten E-Books braucht. Das Paperwhite kann ab heute vorbestelltwerden, die Auslieferung beginnt Ende November. Schon jetzt scheint Amazon mit Lieferengpässen zu rechnen – pro Person können vorerst nur zwei Exemplare bestellt werden. Die Konkurrenz war sogar noch etwas schneller: Ein ähnlich ausgestattetes Gerät des kanadischen Anbieters Kobo („Kobo Glo“) ist zum selben Preis bereits jetzt für deutsche Kunden erhältlich, etwa über Redcoon. Gerade für Amazons Premium-Kunden lohnt es sich jedoch, noch etwas zu warten – denn Ende Oktober startet zudem die hiesige Kindle-Leihbücherei. Pro Monat kann kostenlos ein E-Book ausgeliehen werden, darunter Bestseller wie etwa Harry Potter.

Trotz Glimmerlicht 8 Wochen Akkulaufzeit

Weiß wie Papier ist das E-Ink-Display des neuen Kindle Paperwhite – oder zumindest deutlich weniger grau bisheriges Pearl-E-Ink. Außerdem hochauflösend, mit 1024 mal 768 Pixeln erreicht das neue Kindle nun XGA-Qualität. Neu ist aber auch die Glowlight-Funktion: mehrere LEDs am Display-Rand sorgen für ein magisches Glimmern, dass die Lektüre im Dunkeln ermöglicht. All das soll inklusive Touch-Screen-Funktionalität nicht zu Lasten des Akkus gehen – auch mit eingeschaltetem Glimmerlicht hält das neue Kindle Amazon zufolge 8 Wochen lang durch. Beim internen Speicher wurde allerdings etwas gespart – anders als das klassische Tasten-Kindle der dritten Generation wurden jetzt nur noch 2 statt 4 Gigabyte verbaut. Weggefallen ist auch die Text-to-Speech-Funktion. Die Gehäusedicke hat sich nur unmerklich um einen Millimeter nach unten bewegt, von 10 auf 9 Millimeter, das Gewicht stagniert wie beim Kindle Touch bei 212 Gramm.

„Wir mussten dieses Display erst erfinden“

All das dürfte aber vom qualitativen Quantensprung beim E-Ink-Display locker in den Schatten gestellt werden, selbst wenn man davon absieht, dass Barnes&Noble oder Kobo bisher bei dieser Technik die Nase vorn hatten: „Als wir dieses Display in Angriff genommen haben, existierte es noch nicht. Wir mussten es erst erfinden“, berichtete der Amazon-Chef Jeff Bezos bei der Präsentation des neuen Kindles im September. Beeindruckend ist bereits die Auflösung: 212 dpi, und somit 62 Prozent mehr Pixel als beim bisherigen Kindle-Display (800×600 Pixel). Beim Kontrast liegt das neue Kindle 25 Prozent über dem Vorgängermodell – die Buchstaben erscheinen dunkler, der Hintergrund heller. Die komplexe Konstruktionsweise des neuen Displays umgeht viele Probleme bisheriger Ansätze sowohl bei LCD wie auch E-Ink. Aus drei Schichten besteht der Aufbau des neuen Bildschirms: erst kommt das neue E-Ink-Display, dann die Touch-Screen-Folie, und anschließend eine patentierte LED-Lichtführungs-Schicht.

Testleser nutzten das Glowlight auch tagsüber

Ähnlich wie in einem Glasfiberkabel wird das LED-Licht horizontal durch diese Schicht geleitet und durch spezielle Strukturen im Nano-Bereich nach unten abgelenkt. Anders als bei einem hintergrundbeleuchteten LED-Display entsteht somit ein charakteristischen indirektes Glimmern, das besonders augenschonend sein soll. Dieser Effekt macht interessanterweise nicht nur bei der Bettlektüre Sinn. Auch bei normalem Tageslicht verstärkt das Glowlight-Feature Lesbarkeit und Kontrast – schon beim Testen der neuen Geräte stellte Amazons Entwicklungsabteilung fest, dass viele Leser ihr Glimmerlicht überhaupt nicht mehr ausschalten wollten. Zum Glück ist die GlowLight-Funktion weitaus stromsparender als der Betrieb von normalen LED-Displays. Verbessert wurde im übrigen auch die Touch-Funktion: die kapazitive Methode funktioniert nicht nur genauer als die bisherige Infrarot-Technik, auch die Display-Einfassung konnte dadurch flacher gestaltet werden.

Kindle Paperwhite


Display

6 Zoll Touch-Screen E-Ink Display,
1024×768 Pixel (16 Graustufen)

Gewicht

212 Gramm

Schnittstellen

Mikro-USB, WLAN, 3G (optional)

Speicher

2 GB intern

E-Book-Formate

Kindle/mobi, PDF, etc. (kein epub)

Zus. Features

Glowlight-Funktion, Time-to-Read

Preis

129 Euro (WiFi-Version)
189 Euro (Wifi + 3G)

Abb.: Amazon

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".