Kindle Paperwhite plus Goodreads: Firmware-Update bringt Social Reading-Integration (US-only)

“Unsere Buchempfehlungen sind besser als die von Amazon”, kokettierte Goodreads-Gründer Otis Chandler noch Anfang 2013. Kurz darauf schnappte sich Jeff Bezos die Social-Reading-Plattform für einen dreistelligen Millionenbetrag (bezahlt wurde angeglich größtenteils mit Bargeld), und bereitete die Integration der weltgrößten E-Reading-Community mit derzeit 20 Millionen Mitgliedern in das Kindle-Universum vor. Jetzt ist es soweit, zumindest in den USA: das neue Firmware-Update für das neue Kindle Paperwhite II erzeugt ein großes „G“ in der Kopfleiste des Reader-Menüs (entsprechende Updates gibt’s auch für die neueren Fire-Tablets). Per Fingertipp kann man das eigene Goodreads-Regal aufrufen, E-Books bewerten, interessante Passagen bei der Lektüre mit der Community teilen, Reviews lesen, und vor allem auch die Einkäufe bei Amazon in das persönliche Goodreads-Profil einspeisen. Ein Blick auf die Profile von anderen Lesern kann dabei helfen, interessante Lektüre-Vorschläge zu finden.

Amazon holt gegenüber Kobo auf

Der Unterschied zu Amazons Empfehlungs-Algorithmen wie auch Bestseller-Listen im Kindle-Store liegt auf der Hand: durch die vielen Interaktionsmöglichkeiten innerhalb der Goodreads-Community wird die „Discoverability“, also die Möglichkeit, bestimmte Titel zu entdecken (& natürlich bei Amazon zu kaufen), deutlich verbessert. Durch die Goodreads-Integration holt Amazon zugleich gegenüber dem Konkurrent Kobo auf – mit „Reading Life“ hatten die Kanadier ihren Readern schon vor längerer Zeit ein abgerundetes Social-Reading-Konzept verpasst. Im Amazon-Universum war das Soziale Lesen dagegen stark zersplittert. So konnte man Zitate via Twitter und Facebook vom Kindle-Reader verschicken, die am häufigsten markierten Stellen in Kindle-Books anzeigen lassen oder Bücher nach der Lektüre bewerten. Viele erweiterte Funktionen, etwa das Sichtbarmachen von Bibliotheken und das Abonnieren von Nutzer-Profilen („Kindle Profiles“) waren jedoch nur via Kunden-Account auf der Website möglich.

Amazon holt gegenüber Kobo auf

Deutsche Nutzer müssen auf die Goodreads-Integration noch etwas warten – ohnehin ist die Community bisher überwiegend englischsprachig, die Internationalisierung der Plattform wurde bisher eher vernachlässigt. Ein abgespecktes Firmware-Update spendiert Amazon.de aber trotzdem: das Kindle Paperwhite erhält hierzulande zumindest wie in den USA auch das X-Ray-Feature (automatisch erstellte Inhaltsübersicht), Kindle Freetime (Kontrolloptionen für Eltern) sowie Cloud Sammlungen (synchronisierbare Bibliotheksordner).

Abb.: Amazon

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

Ein Gedanke zu „Kindle Paperwhite plus Goodreads: Firmware-Update bringt Social Reading-Integration (US-only)“

  1. Moin, mich würde interessieren, ob es ein Trick gibt wie man die goodreads Integration auch in Deutschland nutzen kann.

    Viele Grüße

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