Kindle-Killer im A4-Format? Zeitungen setzen auf PlasticLogic-Reader

Financial Times, USA Today, aber auch El Pais, The Scotsman oder die Thüringer Landeszeitung: Viele große Blätter werden bereits ab 2010 als großformatiges erscheinen. Das Unternehmen Plastic Logic wurde letzte Woche bereits direkt mit zwei großen US-Zeitungen handelseinig. Noch bemerkenswerter ist allerdings die künftige Zusammenarbeit mit dem Global Player LibreDigital. Damit hat der Hersteller eines E-Readers im A4-Format nämlich einen Partner mit im Boot, der u.a. die gesamte Kette von der Digitalisierung bis zum Vertrieb von Zeitungen garantiert.

Auch in Europa kann man Zeitungen schon als lesen

Die meisten amerikanischen Tageszeitungen kann man schon jetzt via LibreDigital-Tochter “” als lesen, d.h. als digitale Kopie der Druckversion. In Europa ist die Liste von Zeitungen im E-Paper-Format bisher nicht ganz so lang, doch das dürfte sich vielleicht bis Ende des Jahres noch ändern. Der E-Reader von PlasticLogic kann zwar, genau wie der , nur schwarz-weiss.  Trotzdem werden von Anfang an nicht nur E-Books, sondern auch E-Magazines dabei sein.

Ob Playboy oder Schulbuch: in Zukunft ist alles möglich

Dafür bürgt Zinio als Dritter im Bunde, der weltweit mehr als tausend Magazine & Zeitschriften online vertreibt, unter anderem den Playboy. Ein schwacher Trost für Schüler und Studenten, die in Zukunft Lehrbücher auf dem E-Reader betrachten werden. Dafür dürfte nämlich nicht zuletzt die ebenfalls angekündigte Zusammenarbeit von PlasticLogic mit Ingram Digital sorgen, einem Dienstleister aus dem Bereich Fachbuch und Bibliothekswesen.

Ist der nur etwas für Premium-Kunden?

Das entscheidende wird natürlich auch bei diesem der Einführungspreis sein. Die NYT orakelte schon, für’s erste sei das Zeitung lesen auf dem PlasticLogic Reader den Premium-Kunden vorbehalten (”business professionals rather than the casual reader”). Doch mittelfristig dürfte es richtig sein, das Gerät als “Kindle Killer” einzuschätzen. Denn neben Vielseitigkeit (z.B. Darstellung von MS Word, Excel, Powerpoint-Dokumenten) kommt es beim Zeitunglesen wirklich mal auf die Größe an…

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

Ein Gedanke zu „Kindle-Killer im A4-Format? Zeitungen setzen auf PlasticLogic-Reader“

Kommentare sind geschlossen.