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Kindle Fire zieht an der Konkurrenz vorbei – trotz mittelmäßiger Reviews

30 Jan 2012

Mit dem Kindle Fire kann Amazon iPad-ähnliche Erfolge feiern: in nur vier Monaten seit dem Start im November 2011 ist das Touch-Screen-Gerät zum wichtigsten Android-Tablet avanciert. Dem Marktforschungs-Unternehmen Flurry zufolge hat das Fire-Tablet in der Nutzerstatistik („End User Application Sessions“) sogar schon Samsungs Galaxy Tab eingeholt. Wurden im November nocht knapp zwei Drittel aller Android-Apps auf Samsungs Flaggschiff geöffnet, lag im Januar das Kindle Fire mit 35,7 Prozent sogar schon knapp vorn, das Galaxy Tab kam nämlich nur noch auf 35,6 Prozent. Maßgeblich beigetragen zum großen Überholmanöver hat der Fire-Boom während des Weihnachtsgeschäfts. Auch insgesamt haben Android-Geräte gegenüber dem iPad aufgeholt – ihr Marktanteil beträgt nach Angaben von Strategy Analytics mittlerweile 39 Prozent, Apple-Tablets kommen auf 58 Prozent. Weltweit verdreifachte sich der Tablet-Absatz im Jahr 2011 von zuvor 18 Millionen auf mehr als 60 Millionen Geräte.

Bei bezahlten App-Downloads liegt Amazons Fire klar vorn

Amazons Tablet-Erfolg kommt in diesem Ausmaß für viele Beobachter immer noch überraschend, hat doch das Fire beim Launch eher mittelmäßige Kritiken erhalten. „Kein Blindgänger, aber auch keine Weltklasse“, lautete der Tenor. Neben mangelnder Performance mißfiel den Testern die unzureichende Anpassung der Android 2.3-Gingerbread-Oberfläche an das sieben Zoll-Display. Den Kunden war das aber offenbar völlig egal – für sie versprach das Tablet mit 199 Dollar eine preisgünstige Alternative zu High End-Geräten, mit dem sich Games, Videos, Musik, E-Books und elektronische Zeitschriften nutzen lassen. Nicht zufällig bedient Amazon hier die volle Angebotspalette. Tatsächlich schneidet das Fire-Tablet im direkten Vergleich zu Samsungs Galaxy-Tab auch bei den bezahlten Downloads deutlich besser ab. Den Analysten von Flurry zufolge werden mit dem Fire bereits jetzt zweieinhalb mal so viele Apps heruntergeladen wie auf dem Galaxy-Tab. Dabei ist Amazons Geräteplattform deutlich schmaler – es sind schätzungsweise erst halb so viele Fire-Tablets wie Galaxy-Tabs auf dem Markt.

Abb.: Flurry