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Kindle-Book-Verleih als Umsatztreiber – auch Indie-Autoren profitieren

5 Apr 2012

Amazons Kindle-Book-Verleih wirkt sich positiv auf die Verkaufszahlen aus – bestes Beispiel ist die „Hunger Games“-Serie von Suzanne Collins, in Deutschland unter dem Titel „Die Tribute von Panem“ bekannt. Eigentlich können Mitglieder des Premium-Programms („Amazon Prime“) die gesamte Trilogie via Kindle Owner’s Lending Library kostenlos lesen, allerdings nur ein Buch pro Monat. Was offenbar dazu führte, dass ein Viertel der Kunden, die den ersten Band ausgeliehen hatte, danach Band 2 („Catching Fire“) kaufte, ein weiteres Viertel Band drei („Mockingjay“).

Insgesamt haben nach Angaben von Amazon die Umsatzzahlen von Backlist-Titeln im Rahmen des Kindle-Book-Verleihs 229 Prozent mehr zugenommen als Bücher nicht teilnehmender Autoren. Mittlerweile sind mehr als 100.000 Kindle-Books für Premium-Mitglieder kostenlos ausleihbar, darunter 16 Titel aus den Kindle Top 100. Teilnehmende Autoren werden an monatlichen Ausschüttungen beteiligt, zuletzt gab es pro Ausleihe 2,18 Dollar. Davon profitieren auch viele Independent-Autoren, so etwa Martin Crosbie mit seinem Roman „My Temporary Life“. Alleine im Monat März brachten ihm knapp 20.000 Ausleihen eine Ausschüttung von 45.000 Dollar ein.

Um an Amazons lukrativem E-Book-Verleih teilzunehmen, müssen Self-Publishing-Autoren auf der Kindle Direkt-Publishing-Plattform (KDP) die Option „KDP Select“ auswählen. Damit erklären sie sich einverstanden, das jeweilige Kindle-Book für mindestens 90 Tage ausschließlich im Kindle-Store anzubieten. Neben der Aussicht auf Ausschüttungen für ausgeliehene Titel haben Autoren dadurch auch die Möglichkeit, ihr E-Book an fünf Tagen kostenlos anzubieten. Schaffen sie es damit in die Top 100 der kostenlosen Kindle-Books bzw. die thematischen Bestseller-Kategorien, sorgt das für besondere Aufmerksamkeit und im Anschluss für höhere Umsätze.

“Als Indie-Autorin zähle ich auf KDP Select, um mich auf den Radarschirm der Leser zu bringen“, zitiert Amazon etwa die Erfahrung der Herz-Schmerz-Autorin Kathy Dunnehoff, deren Umsätze fst um das 20-fache gewachsen sind. “Durch die kostenlose Promotion-Möglichkeit und die Aufnahme in die Kindle-Buch-Ausleihe finden meine Romane ein immer breiteres Publikum.“ Auch prominente deutsche Self-Publishing-Autoren wie etwa Emily Bold experimentieren inzwischen mit Amazons KDP-Select-Programm, allerdings hauptsächlich wegen der Möglichkeit zur Veranstaltung von Gratis-Aktionen. Kunden von Amazon.de können nämlich noch nicht an der kostenlosen Ausleihe teilnehmen, und deutsche Titel im US-Kindle-Store werden kaum ausgeliehen.

Abb.: Amazon