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„Keine Sorge, das ist legal!“: Suhrkamp-Gewinnspiel schickt Zoë Beck-Fans via Tor-Browser ins Darknet

23 Aug 2017 0 Kommentare

suhrkamp-schickt-leser-ins-darknetZoë Becks in London angesiedelter Post-Brexit-Thriller „Die Lieferantin“ hat alles, was ein dystopischer Sci-Fi-Krimi braucht: eine Nation am wirtschaftlichen Abgrund, forcierter Drogenkrieg („Druxit“), und eine gegen das autoritäre Polit-Regime engagierte Rächerin namens „Ellie“, die via Darknet die Heroin-Auslieferung per Drohne organisiert. Was Ellie gleichzeitig zur Zielscheibe für Drogenfahnder wie auch Drogenhändler macht, die diese unliebsame Konkurrenz loswerden möchten.

Aktionsseite nur via Tor-Browser erreichbar

Den meisten potentiellen Lesern dürfte der Brexit sehr viel sagen, das Darknet, also der nur mit Krypto-Browser zugängliche, anoymisierte Teil des Internets, dagegen wenig — deswegen hat sich der Suhrkamp-Verlag zwecks Buch-Promotion etwas ganz besonderes ausgedacht: ein via Twitter und Facebook ausgelobtes Gewinnspiel, dessen eigentliche Landing-Page (siehe Screenshot) mit der URL „naa57ezzq2dtv3ke.onion“ in einem Bereich des Darknets liegt, das über das „Tor“-Netzwerk erreichbar ist.

Wer bei der Verlosung eins von fünf handsignierten Exemplare von „Die Lieferantin“ gewinnen möchte, muss deswegen erstmal das Krypto-Browser-Bundle „Tor“ installieren (welches übrigens eine spezielle Version des Firefox-Browsers nutzt), denn normale Browser sagen beim Aufruf lediglich: „Diese Website ist nicht erreichbar“. So soll es ja auch sein — im Tor-Netzwerk werden Anfragen erstmal über zahllose Zwischenstationen zufällig weitergeleitet, um die Identität und den Standort des jeweiligen Seitenbesuchers zu verschleiern.

Bisher trauten sich erst wenige Leser

„Wir wollten die Leser dazu einladen, sich mit dem Datenschutz und anonymer Kommunikation im Internet auseinanderzusetzen“, so Albrecht Mangler von der für die Marketing-Aktion verantwortlichen Agentur Bilandia. Inzwischen sollen sich inzwischen 70 treue Fans auf das Experiment eingelassen haben. Viele andere dagegen hatten wohl Bedenken, die Software zu installieren, obwohl die Suhrkamp-Krimi-Redaktion extra noch mal betont hat: „Keine Sorge: Das ist legal!“

Die Aktion läuft noch bis 31. August — um die Rätselfrage zu beantworten zu können, die auf der „geheimen“ Landing-Page gestellt wird, sollte man übrigens vorher mal in die Leseprobe hineingeschmökert haben… Das lohnt sich auf jeden Fall. Die Installation des Tor-Browsers übrigens auch, denn mit ihm steuert man auch normale Web-Adressen maximal anonymisiert an, vorausgesetzt, man verzichtet auf Plugins wie Flash, Quicktime und weitere Add-Ons, die von Dritten zwecks Identifizierung des Nutzers manipuliert werden können…

(via buchaktuell.de & Buchreport.de)

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