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Kein Sex, keine Katzen, kurze Sätze? Der DNA des Bestsellers auf der Spur

23 Sep 2016

the-bestseller-codeManchmal kann auch ein Buch über Bestseller das Potential zum Bestseller haben. So etwa „The Bestseller Code – Anatomy of the Blockbuster Novel“: Die Autoren Jodie Archer & Matthew L. Jockers haben einen Algorithmus entwickelt, mit dem sie sozusagen der DNA von potentiellen Erfolgsromanen auf die Spur gekommen sein wollen – und stellen in ihrem derzeit heiß diskutierten Sachbuch die Grundlagen ihrer Arbeit vor.

Da Vinci Code, oder: das Rätsel des Erfolgs

Am Anfang des Projekts stand der verblüffende Erfolg von Dan Browns Megaseller „The Da Vinci Code“ (darauf spielt ja auch der Titel an) — wie kam es dazu, das von diesem Thriller mehr als 80 Millionen Exemplare weltweit abgesetzt werden konnten? Am Marketing alleine konnte es jedenfalls nicht liegen, meinte die britische Publishing-Expertin Jodie Archer, und machte sich zusammen mit Stanford-Wissenschaftler Matthew L. Jockers an die computergestützte Text-Analyse…

Trefferquote 80 Prozent

Aus einem Pool von 20.000 Titeln kann ihr Programm angeblich inzwischen satte 80 Prozent der darin enthaltenen New York Times-Bestseller herausfiltert. Erfolgskriterien bei der Textanalyse sind u.a.: Junge, starke Helden, kaum Sex, kurze Sätze, Hunde statt Katzen, etc. Besonders lesenswert, so hat man den Verdacht, sind am Ende aber vielleicht genau die 20 Prozent, die vom Bestseller-Code nicht erkannt wurden.

Algorithmen als Hilfsmittel für Lektoren?

Nicht umsonst heißt es wohl auch in der Überschrift eines Wired-Artikels, der die Hintergrund-Story des „Bestseller-Codes“ beleuchtet: „Algorithms could save book publishing — but ruin novels“. Archer & Jockers allerdings sehen es dagegen eher umgekehrt: mit Hilfe der Software könnten Lektoren auf Bücher aufmerksam werden, denen sie ansonsten keine Chancen einräumen würden.

(via Buchreport & Wired)