Kein E-Reader aus Redmond: Microsoft bringt vorerst kein eigenes Lesegerät auf den Markt

Microsoft steigt noch nicht in E-Reader-Markt ein_Bild_Pixelio_Kirchhoff.gifAnders als Konkurrent Apple wird Microsoft wohl vorerst nicht in das E-Reader-Geschäft einsteigen. Als Grund führt Robbie Bach, bei dem Redmonder Multi für Unterhaltungselektronik zuständig, die bisher noch mageren Gewinnaussichten in diesem Sektor an: “Wenn wir Geräte auf den Markt bringen, dann dort, wo wir wissen, dass es um ganz große Zahlen geht.“ Ausserdem sei es noch nicht klar, ob es überhaupt einen echten Bedarf an speziellen Lesegeräten gebe, so Craig Mundie, zuständig für Forschung & Entwicklung. Der Grund für diese Vermutung: PCs würden schließlich ähnliche Funktionen bieten.

Im Software-Bereich ist Bill Gates schon im E-Book-Sektor präsent: mit dem „Microsoft Reader“

Trotzdem wird Microsoft in Zukunft auf E-Readern präsent sein: nämlich über die Software von Lesegeräten. Fujitsus neuer Farb-Display-Reader ELEPia ging in Japan und Taiwan mit Windows CE 5.0 an den Start. Außerde bietet Microsoft mit dem „Microsoft Reader“ eine E-Reader-Software an, die Benutzern auf unterschiedlichsten mobilen Geräten das Lesen von E-Books ermöglicht. Einen eigene E-Book-Verkaufsplattform im Internet strebt Microsoft allerdings nicht an, sondern setzt auf Drittanbieter. Ähnlich verhält sich allerdings auch die Konkurrenz: Apple lässt zwar einzelne E-Book-Apps via iTunes verkaufen, eine selbständige Plattform wird es aber wohl nicht geben, auch nicht für die neue iPod Touch-Generation.

Microsoft hat Probleme: Zune kann mit Apples iPod nicht wirklich konkurrieren

Anders als Apple hat Microsoft bisher auf dem Hardware-Markt nur wenige Erfolge verbuchen können. Die XBox mag zwar ein Hit gewesen sein, doch außerhalb des Gaming-Bereiches haben die Redmonder nach Informationen des Branchendienstes MarketWatch im letzten Quartal 42 Prozent weniger Umsatz gemacht. So hat etwa Microsofts MP3-Player Zune mit deutlichen Absatzschwierigkeiten zu kämpfen (das Gerät ist bisher nur in den USA und Kanada erhältlich). Ein Grund dafür ist der eingeschränkte Komfort: Microsoft verwendet einen umfangreichen DRM-Schutz. Dass der Zune überhaupt existiert, könnte allerdings auch noch auf etwas hinweisen: Microsoft brachte das Gerät im Jahr 2006 auf den Markt, als Apples iPods bereits Rekordgewinne einspielten. Wenn der E-Reader-Markt noch stärker an Dynamik gewinnen sollte, wird Microsoft vielleicht ähnlich verfahren und doch ein eigenes Gerät präsentieren.

(via paidcontent.org)

Bild: Pixelio/Kirchhoff

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".